Stromkosten von Hartz IV-Empfängern soll der Staat übernehmen

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Vor allem im letzten halben Jahrzehnt sind die Strompreise nahezu explodiert und haben für einen Strompreisanstieg von rund 38 Prozent bei den deutschen Privathaushalten gesorgt. So soll der Schnitt im vergangenen Herbst bei 29,13 Cent pro Kilowattstunde gelegen haben. 

Diese Information stammt aus einem Beitrag bei n-tv. Der Durchschnittswert bezieht sich auf einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh und ermittelte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

Wohlfahrtsverband fordert eine Reform

Jetzt hat sich der Wohlfahrtsverband dazu Gedanken gemacht und fordert eine Reform, damit Arbeitslose entlastet werden. Laut welt.de warnt dieser vor unbezahlbaren Stromkosten und vor allem treffe es Hartz IV-Empfänger stark. Strom kann in Deutschland mittlerweile durchaus als „Luxusgut“ angesehen werden. Nach Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider solle Strom allerdings wie ein Dach über dem Kopf zum Existenzminimum gehören. Sogar das Bundesverfassungsgericht mahnte eine zeitnahe Losung an.

Stromkosten sollen in voller Höhe übernommen werden

Für Ulrich Schneider ist klar, dass eine Reform notwendig ist und sich die Stromkosten nicht pauschalisieren lassen und daher im Regelsatz auch nichts zu suchen haben. Demnach wäre es nach seinen Aussagen nur konsequent, wenn diese wie die Heizungskosten auch in ihrer tatsächlichen Höhe übernommen werden.

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Rund 116 Euro müssten demnach aus eigener Tasche bisher im Jahr bezahlt werden und eine alleinstehende Person müsse rund 43 Euro im Monat für Strom in der Grundversorgung aufbringen. Aber nur 33 Euro im Monat sieht der Regelsatz für Wohnen, Energie und Strom vor.

Stimmen diese Zahlen und wo liegt die weitere Problematik?

Für eine 1-Zimmer-Wohnung zahle ich alleine momentan 22 Euro im Monat für den Strom und habe dabei einen sehr geringen Verbrauch. Durchaus möglich, dass hier der monatliche Abschlag noch einmal angepasst wird. Was den Regelsatz anbelangt und die monatlichen Kosten kommt dies durchaus hin und kann bestätigt werden.

strompreisentwicklung-seit-1998

Jahr Strompreis in Cent
1998 17,11
1999 16,53
2000 13,94
2001 14,32
2002 16,11
2003 17,19
2004 17,96
2005 18,66
2006 19,46
2007 20,64
2008 21,65
2009 23,21
2010 23,69
2011 25,23
2012 25,89
2013 28,84
2014 29,13

Der Grundversorgertarif ist natürlich die wohl teuerste Variante den Strom zu beziehen. Allerdings haben Verbraucher mit geringer Bonität kaum eine Möglichkeit aus diesem heraus zu kommen, da andere Anbieter hier den Verbraucher ablehnen. Wer dennoch einen Wechsel probieren möchte, der kann so zum Beispiel das Stromvergleichsportal Strom24.info nutzen.

Rekord-Einnahmen in Deutschland durch Stromexport

Im vergangenen Sommer berichtete ich über die Rekord-Einnahmen in Deutschland durch den Stromexport. Nach dem IWR (Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien) spricht man von einer Summe bei den Einnahmen in 2013 von ganzen 3,76 Millionen Euro. Für den Import von Strom nannte man eine Summe von 1,81 Millionen Euro. Demnach also einen Exportüberschuss von 1,95 Milliarden Euro.

Der Strompreis sinkt an der Börse, der Verbraucher hat davon allerdings nichts. Auch wenn viele Anbieter einen stabilen Strompreis für das Jahr 2015 ermöglicht haben, wird der sinkende Strompreis an der Börse nicht an den Verbraucher weitergegeben.

17. Februar 2015  |  DanielB

1 Kommentar

  1. Das Thema ist schon etwas schwierig, aber ich bin der Meinung, dass eine komplette Übernahme der Stromkosten durch den Staat (und somit durch die Gesellschaft) viel zu teuer wäre und einen völlig falschen Anreiz setzen würde.
    Vor allem hätten die Menschen, welche ALGII beziehen dann gar keinen Anreiz, Strom zu sparen…

    Schon jetzt leistet sich Deutschland den Luxus, Menschen nahezu unbegrenzt Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zu zahlen – wenn dann auch noch die Stromkosten übernommen werden, hätten viele jetzige Empfänger einen viel geringeren Anreiz, sich überhaupt ernsthaft auf Jobsuche zu machen.
    Gleichzeitig müsste die arbeitende Bevölkerung höhere Sozialabgaben zahlen, welches dazu führen würde, dass sich die ALGII-Leistungen und Löhne noch mehr annähern würden.

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