Stromüberschuss 2016 – Model S ganze 500 Millionen Mal aufladen

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Die Energiewende findet auch im Straßenverkehr statt bzw. ist dieser ein Teil davon. Nicht ohne Grund habe ich mich den Energiebloggern angeschlossen. Elektromobilität spielt dabei eine wichtige Rolle. 

Ob nun mit Power-to-Gas, Wasserstoff für die Brennstoffzelle oder batteriebetriebene Elektroautos. Alleine der Stromüberschuss von 50 TWh aus dem vergangenen Jahr hätte das Tesla Model S P100 ganze 500 Millionen Mal aufladen können. So viel zu der Frage woher denn der ganze Strom für so viele Elektroautos kommen soll.

Im Gastbeitrag „Was machen wir nun mit unserem Überschuss-Strom?“ drüben bei electrive.net rechnet es Prof. Dr. Werner Tillmetz, Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung, vor: Mit den 50 TWh hätten 20 Mio Elektroautos ein ganzes Jahr mit elektrischer Energie versorgt werden können.

Aktuelle Herausforderung ist die Speicherung

Bei der Erzeugung durch Erneuerbare Energien haben wir aktuell natürlich noch ein Problem, wir können die Energie nicht so speichern wie wir das gerne möchten oder bräuchten. Nicht umsonst hat der Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V. schon 2013 darauf hingewiesen, dass eine Flexibilisierung des Stromsystems notwendig sei und die Bedeutung von Speichern steigen wird.

SMA und Daimler-Tochter kooperieren bei Speicherlösungen

Mit Zahlen möchte ich an dieser Stelle allerdings auch nicht um mich werfen. Wenn wir nur kurz einmal in uns gehen, stellen wir fest, die Sonne ist tagsüber da und zeigt sich dort mit voller Kraft. Windenergie ist das Jahr über nicht konstant. Tja, aber wie darauf reagieren? Anlagen bleiben teilweise aus, weil wir die Energie nicht abnehmen können oder müssen zusehen den „Stromüberschuss“ loszuwerden.

Energiespeicher – mobil und stationär

Unsere Energiewende ist gleichzeitig auch eine Verkehrswende. Im Beitrag von MetropolSolar Rhein-Neckar wurde darüber gesprochen. Autos stehen tagsüber herum, in dem Moment könnten sie als mobile Speicher fungieren. Stationäre Speicher sind zudem aktuell das Gesprächsthema schlechthin.

Jetzt spinnen wir die ganze Sache noch weiter in Richtung induktives Laden während der Fahrt oder an irgendwelchen Punkten wo wir lange stehen, auch dort könnte die Energie abgenommen werden und wenn wir dann noch den Punkt autonomes Fahren hinzunehmen, wird es so richtig komplex.

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Sicher, der Beitrag ist insgesamt sehr schwammig und oberflächlich. Aber es geht vor allem darum was wir an Stromüberschuss exportieren innerhalb eines Jahres und wie oft er ein Elektroauto hätte aufladen können. Gleichzeitig zeigt die weitere Betrachtung, dass die Elektromobilität kein Problem hat genügend Energie zu bekommen, sondern viel eher ein wichtiger Baustein ist die Energiemengen die produziert werden überhaupt abnehmen zu können.

Über DanielB 1352 Artikel
Fasziniert von der Elektromobilität und alternativen Antriebstechnologien, gelernter Elektroniker, Journalist und Blogger, liebt die Technologie im Fahrzeug (Vernetzung, Infotainment). Mehr über mich danielboe.de

4 Kommentare

  1. Wobei die Rechnung so ja genau genommen auch nicht ganz aufgeht:
    Wenn man den Strom so schon an der Steckdose hätte, bräuchte man wegen der Ladeverluste schon noch deutlich mehr als 100kWh um 100kWh in den Akku zu laden.
    Dann ist natürlich auch wieder der Transport bis zur Steckdose verlustbehaftet.
    Dann müsste man den Überschuss ja wahrscheinlich zumindest teilweise auch schon irgendwie zwischenspeichern, auch wenn man (irgendwann) Elektroautos damit laden wollte. Die Zwischenspeicherung ist auch wieder stark verlustbehaftet.

    In diesem Szenario ist mE die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technik mit einer entsprechenden Wasserstoff-Wirtschaft sinnvoll, bei der überschüssige Energie schon zur Zwischenspeicherung in H2 gewandelt wird und vielleicht sogar mit einem Pipeline-Netz verteilt wird. Klar, auch das hat hohe Verluste, aber im Vergleich zum Zwischenspeichern in Akkus und dann wieder ins Netz einspeißen, um dann letztlich Autoakkus zu laden, ist der Unterschied eventuell gar nicht mehr so groß. Zumindest habe ich die Hoffnung, dass man in dem Bereich noch einige Erfindungen machen wird, die vielleicht die Effizienz im H2-Bereich stärker verbessern. H2 hätte dann immer noch die deutlichen Vorteile, wie eine größere Reichweite und ein schnelleres „Betanken“, als bei reinen Elektroautos.
    Aber wir werden sehen.

    • Hallo Marco,

      sicher. Ist auch nur eine ganz grobe Rechnung und selbst wenn es am Ende 400 Mio Mal möglich wäre ein Model S zu laden, ist es immer noch eine enorme Größe. So tief ins Detail wollte ich jetzt nicht gehen :-)

      Die Sache mit dem H2 ist nicht abwegig und wird ja teilweise schon so praktiziert. Danke für deine Ergänzung zum Artikel.

  2. Ich habe das Folgende vor kurzem zum Thema „Wieviel Akku braucht das Auto“ im Forum von GoingElectric.de geschrieben.
    Da es hier auch zum Thema passt habe ich den Text hier jetzt auch eingestellt.

    In meiner perfekten E-Autowelt würden ca. 40kWh reichen.
    Da kann ich dann im Winter 200km schaffen ohne zu frieren, im Sommer habe ich dann 300km. Und auf der Autobahn kann ich auch mal Strom geben wenn ich es eilig habe und muss nicht hinter LKW herschleichen. Damit kann ich 95% aller Fahrten abdecken.
    Wie man jetzt bei der neuen Zoe sieht, hat sich die Batteriekapazität fast verdoppelt bei gleicher Baugröße und Gewicht. Wenn die Entwicklung so weiter geht, könnte in naher Zukunft die Batterie bei gleicher Kapazität(40kWh)nochmals schrumpfen bei weniger Gewicht.

    Damit hätte man dann Platz geschaffen im Unterboden für einen Wechselakku. Dieser Wechselakku würde auch ca. 40kWh haben. Diesen Wechselakku brauche ich aber nur für die restlichen 5% meiner Fahrten, also für Langstreckenfahrten. Da ich keine Lust habe an den sog. Schnellladesäulen zu stehen bzw. darauf zu warten bis eine frei wird, fahre ich einfach durch die nächste Wechselstation und lasse mir einen vollen Akku unter den Wagen kleben. Der reine Wechselvorgang dauert bekanntlich ca. eine Minute. Man rollt quasi im Schleichgang durch die Anlage und der Akku wird dabei getauscht. Kein Aussteigen, kein Kabelgewirr, kein im Regen stehen.

    Es gibt nur eine Standardgröße für den Akku, weil dieser ja ausreichend ist für ca. 250 bis 300km Autobahn. Damit kann ich dann bei 3 oder 4 mal Wechseln von Nord nach Süd durch Deutschland düsen und kann auf die Wartesäulen sprich Schnellladesäulen, die auch nur bis zur 80%-Marke schnell laden, verzichten.

    Diese Wechselakku sind nur in der Wechselstation aufladbar und im Auto wird nur daraus Energie abgeben. Bremsenergie wird nur in den interen Akku gespeichert. Das bedeutet während der Fahrt mit einem Wechselakku wird mein interner Akku aufgeladen.
    Kurz vorm Reiseziel gebe ich den Akku wieder ab und düse mit dem Strom aus dem internen Akku weiter.

    Die Wechselstationen werden von den großen Energieunternehmen betrieben. Die Lizenz dafür bekommen Sie aber nur in Gegenleistung auf den Verzicht weiterhin Kohlestrom zu produzieren. Die Wechselstation ist auch gleichzeitig für die von allen geforderte Regelleistung geeignet um das Stromnetz stabil zu halten. Die Wechselstationen können entlang der Autobahnen, an den Raststätten oder auch auf den Autohöfen stehen, die dann auch von den Bundesstraßen aus erreichbar wären, falls man den Akku für größere Überlandtouren braucht.

    Wie oben erwähnt, fährt man durch die Wechselstation ohne zu halten. Das langsame Durchfahren übernimmt das autonome Auto um die Geschwindigkeit für den Wechselvorgang konstant zu halten.
    Die Wechselstationen sind so gebaut, dass es zwei Einfahrten für Pkw, einen für Transporter, einen für Gespanne sprich Auto mit Wohnwagen oder Anhänger und Campingfahrzeuge gibt.
    Durch die Länge der Halle sind gleichzeitig mehrere Fahrzeuge pro Spur in der Lage den Akku zu tauschen.

    Mit den Jahren wird sich bei gleicher Baugröße der Wechselakkus die Speicherkapazität vergrößern, was den Kunden freuen dürfte.
    Die Autobauer haben nicht mehr den Druck sich gegenseitig bei der Speichergröße des interen Akkus zu übertrumpfen. Was nützt einem denn der größte Akku, der 1000km Reichweite schafft, wenn ich diesen nicht schnell voll kriege, weil ich an der Ladesäule evtl. warten muss bis ein anderer seinen Wagen vollgeladen hat oder der erst nach seiner einstündigen Mittagspause nach seinem Wagen schaut. Da ist der Streit doch vorprogrammiert.

    Der Wechselakku braucht nur eine Bauhöhe von ca. 10 cm.
    Da die Autos ja immer größer werden, wäre es sogar möglich bei einem SUV oder Transporter gleich zwei Akkus übereinander von unten einzusetzen.

    Und da bekanntlich für jeden der beruflich mit dem Auto unterwegs ist und Zeit gleich Geld bedeutet, können wir uns die Warteladerei ja für die Freizeit aufsparen. Sicherlich wird es auch noch Autos mit größeren Akkus geben die dann den Wechselakku nicht brauchen. Der „Normale Fahrer“ wird aber mit der günstigen internen Akkuvariante mit AC-Ladetechnik und dem Wechselakku für alle Situationen bestens gerüstet sein.

  3. Ein wirklich spannendes Thema. Ich plane momentan mein Haus mit einer Infrarotheizung aufzurüsten. Diese läuft ja auch über Strom und soll mit einer Photovoltaikanlage versorgt werden. Auch über eine Anschaffung eines Elektroautos, welches ich dann gerne ebenfalls per Photovoltaik versorgen würde, habe ich schon nachgedacht. Momentan kommt dies für mich aber noch nicht in Frage, da ordentliche Speicher noch nicht bezahlbar sind. Und wenn ich schon ein Elektroauto nutze möchte ich auch grünen Strom verwenden.
    Bei der erwähnten überschüssigen Energiemenge handelt es sich ja nicht nur um grünen Strom, oder? Dementsprechend muss erstmal geschafft werden, dass wir die gleichen Energiemengen umweltfreundlich erzeugen. Allerdings sollte natürlich jeder Strom der erzeugt wird auch genutzt werden, sonst nimmt unsere Umwelt ja schlussendlich nur ohne Nutzen einen Schaden. Das wäre ja auch unnötig.

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