Mit dem Elektroauto von Nordhessen zum Nürburgring

Über die Ladeinfrastruktur lassen wir uns gerne aus, dennoch wird sie bessere und alleine in Nordhessen können wir uns über 3-in-1-Schnelllader in Kirchheim und Lohfelden freuen. Im Rahmen eines Tests mit dem VW e-up! führte uns der erste Roadtrip des Jahres von Nordhessen an den Nürburgring.

Von Schwalmstadt aus hieß es die Strecke von rund 230 km auf sich zu nehmen. Schwalmstadt liegt in Nordhessen zwischen Kassel und Marburg. Eine ländliche Gegend in der Elektromobilität immer weiter vorankommt. Mit einem konventionellen Auto würde ich für diese Strecke etwa 2,5 Stunden benötigen. Doch wie sieht es mit einem Elektroauto aus und welche Kosten kommen auf mich zu? Ziel: Das Lindner Congress & Motorsport Hotel direkt am Nürburgring.

Lindner Congress & Motorsport Hotel Nürburgring

Interesse am klassischen Motorsport besteht, auch wenn ich für die Elektromobilität brenne. Ein wenig Spaß sei mir noch gegönnt und die Formel E könnte ich mir auch am Nürburgring vorstellen. Immerhin konnte ich im letzten Jahr die Formel E in Berlin besuchen. Bisher stellte sich immer die Frage, wie ich die Rennstrecke besuchen kann und während des Aufenthalts mein Elektroauto lade. Sicher, es geht auch außerhalb an Säulen von RWE, wenn ich jedoch schon im Hotel bin, dann möchte ich gerne in der Tiefgarage laden können und nicht gesondert außerhalb wo es mich zusätzliches Geld kostet.

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Im ersten Schritt hieß es den praktischen Routenplaner von GoingElectric aufzurufen und dort den Start- und Zielort anzugeben, Elektroauto sowie Ladearten auszuwählen und anschließend zu schauen wie oft ich laden muss. Zwei Stationen gab er mir aus, die ich mit dem VW e-up! ohne Probleme erreichen sollte und auf CCS zurückgreifen kann.

Für den ein oder anderen Elektroautofahrer sind die Höhenmeter recht interessant, ich habe diese bewusst ignoriert und mir lediglich die Ladepunkte angeschaut. Zwei Stück werden mir vorgeschlagen und idealerweise würde ich 3 Stunden und 41 Minuten benötigen. Die Geschwindigkeit wird im Vergleich zu einem Verbrenner angepasst und liegt auf der Autobahn zwischen 100 und 120 km/h.

Erster Ladestopp mit CCS an der VR Bank in Gießen

Den ersten Ladestopp legte ich nach 74 km ein und kam laut dem Bordcomputer vom VW e-up! auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h, benötigte 1 Stunde und 14 Minuten und der Durchschnittsverbrauch wurde mit 13,3 kWh angegeben. Zudem würde ich noch immer rund 42 km weit kommen können.

Im Fahrzeug selbst schaltete ich zwischen den Fahrmodi „Eco“ und „Eco+“ hin und her. Der zwischenzeitliche Verzicht auf die Heizung wirkte sich bei den Temperaturen im einstelligen Bereich nicht negativ auf das Wohlbefinden aus. Zudem konnte ich alternativ noch die Sitzheizung einschalten. Auf das Radio verzichtete ich nicht und generell haben Heizung und Assistenzsysteme kaum Auswirkungen auf die Reichweite.

Kosten für diesen Ladestopp kamen keine auf und noch könnt ihr an dieser Schnellladesäule kostenlos laden. Über CCS war dieser Ladevorgang schnell vollzogen und weiter ging die Reise.

Zweiter Ladestopp mit CCS am Schloss in Montabaur

Wie auf der obigen Routenplanung zu erkennen ist, gilt es einen zweiten Ladepunkt anzufahren, die Durchfahrt bis an den Nürburgring ist mit diesem Modell leider nicht möglich. Also ab zum Schloss in Montabaur mit einer schönen Aussicht über die Stadt. Es gibt wahrlich hässlichere Ladeorte.

Der Bordcomputer zeigte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 59 km/h an und 150 km legte ich mittlerweile zurück. Ganze 2 Stunden und 32 Minuten benötigte ich bereits und verbrauchte jetzt im Schnitt 13,5 kWh. Betrachtet man die Höhenmeter, so wird deutlich woher dies kommt. Noch 32 km würde ich mit der aktuellen Ladung kommen können.

Zwar zeigte für die dortige Ladesäule das Portal mögliche Kosten an die auf mich zukommen könnten, doch eine freundliche Nachfrage an der Rezeption ermöglichte mir einen kostenlosen Ladevorgang an CCS.

Zielort Nürburgring – Lindner Congress & Motorsport Hotel

Mein Zielort war das Lindner Congress & Motorsport Hotel und als dortiger Gast stand mir die Tiefgarage zur Verfügung. Gleich zwei Ladesäulen befinden sich hier von RWE an denen Gäste kostenlos laden können. Zur Verfügung steht Typ 2 ohne festes Kabel. Sehr vorteilhaft aufgrund der verschiedenen Fahrzeugmodelle.

Ein Service, der von immer mehr Hotels geboten wird und Sinn ergibt. Übrigens steht in diesem Jahr wieder das 24-Stunden-eBike-Rennen an. Ob dies nicht für den ein oder anderen Elektroautofahrer eine Option wäre dann auch im Hotel gleich laden zu können?

Lindner Congress & Motorsport Hotel Nürburgring

Wer kein Gast ist, der kann alternativ sein Elektroauto außerhalb direkt am Nürburgring in der Eifel-Ardennen-Str. an den Säulen von RWE laden. Diese stehen 24/7 zur Verfügung und verfügen über 2x Typ 2 mit jeweils 22 kW Leistung. Kostenlos sind diese allerdings nicht, dafür das Parken.

Ich habe insgesamt deutlich länger gebraucht wie mit einem Verbrenner, doch die Zeit war es mir wert. Angenehmere Fahrt, ruhig und zudem völlig kostenlos unterwegs gewesen. Den ersten Ladestopp für eine Mittagspause genutzt und beim zweiten Ladestopp die Aussicht genossen und mir das Schloss angeschaut.

Einem Besuch am Nürburgring steht nichts im Wege und die Lademöglichkeiten sind gegeben. Das Ziel konnte ohne Probleme erreicht werden und dafür sind keine Kosten für die Anreise entstanden. Sicher, die nötige Zeit muss mitgebracht werden aber mit den neuen Modellen lässt sich dies mit nur einem Ladestopp ermöglichen.

Der Nürburgring bietet darüber hinaus weitere Möglichkeiten wie nur den Motorsport. Die Burg, die Landschaft der Eifel, etliche Wandermöglichkeiten, eine Kartbahn mit Elektrokarts und viele weitere Möglichkeiten. Elektromobilität funktioniert im Alltag und selbst solche Strecken lassen sich ermöglichen.

Fotos Hotel u. Nürburgring: Lindner Hotels AG

Setzt auf Effizienz und alternative Antriebsmethoden, liebt die Elektromobilität und mag die moderne Konnektivität zwischen Smartphones, Internetdiensten und Fahrzeugen. Gründungsmitglied der Energieblogger und ist als Blogger bei Autophorie tätig.
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