Warum fahre ich bisher noch kein Elektroauto? #3

Anwendungsfall: Ladung von Elektroauto

Im dritten Teil geht es darum, weshalb ich bisher noch kein Elektroauto fahre. Als Befürworter der Elektromobilität und Energieblogger passiert es mir immer wieder, dass ich nach meinem privaten Fahrzeug gefragt werde.

Als Antwort darauf muss ich leider auf einen Verbrenner hinweisen. Wobei ich „leider“ eventuell sogar streichen könnte. In 2011 musste kurzfristig ein neues Fahrzeug angeschafft werden. Günstig sollte es ein, schnell musste es her und gleichzeitig sollten sich die Unterhaltskosten gering halten. Bis dato fuhr ich einen 3er Golf, der irgendwie nicht so wollte wie ich und den Dienst quittierte.

Entschieden habe ich mich dann innerhalb von nur einer Woche für einen Seat Ibiza ST aus 2010 mit einer gelaufenen Leistung von nur 6.000 km. Kostengünstig als Jahreswagen gab es das Fahrzeug für 11.500 Euro und auf Finanzierung. Wenn das Fahrzeug abbezahlt wurde, beläuft sich der Gesamtpreis dann auf rund 13.000 Euro.

Elektromobilität zu dieser Zeit noch kein Thema

Der Markt konnte zu diesem Zeitpunkt keine Elektroautos anbieten, die wirklich mit einem moderaten Preis glänzen konnten. Über die Anzahl der Modelle wollen wir erst gar nicht sprechen. Die eigenen Erfahrungswerte mit dieser Technologie lagen bei einem absoluten Minimum und daher kam diese als Option für mich nicht in Frage.

seat-ibiza-st

Einen „Hype“ der lautlosen Antriebstechnologie konnte man erst in 2012 verzeichnen und nahm erst Anfang 2013 richtig Fahrt auf. Immer mehr Modelle preschten auf den Markt und ein Hersteller nach dem anderen folgte mit neuen Fahrzeugen. Mittlerweile können wir auf eine „gute“ Palette in allen Preiskategorien zurückgreifen und wir haben gerade einmal erst Anfang 2015. Würde ich in diesem Augenblick vor dem gleichen Problem stehen und bräuchte ein neues Fahrzeug, wäre die Artikelserie sicherlich anders ausgegangen.

Warum in der Zwischenzeit keinen Fahrzeugwechsel vorgenommen?

Es hat sich in der Zwischenzeit von der Fahrzeuganschaffung bis heute einiges getan und mittlerweile wohne ich nicht mehr auf dem Land und habe den Weg nach Marburg geschafft. Meine Anfahrt zur Arbeit beträgt lediglich 5 km, die ich sicherlich mit dem Fahrrad bewältigen könnte, wäre da nicht dieser furchtbare Hügel zu bezwingen.

Wie ich eingangs erwähnte, finanziere ich das aktuelle Fahrzeug noch und ist erst im Sommer 2017 vollständig abbezahlt. Ein Fahrzeugwechsel kam für mich daher bisher nicht in Frage und macht auch finanziell noch keinen Sinn. Bis Sommer 2017 wird im Bereich der Elektromobilität noch einiges passieren.

Würde ich mir jetzt ein Elektroauto kaufen, wenn die Finanzierung nicht wäre?

Im vierten Teil der Serie geht es darum, ob ich mir als nächstes ein Elektrofahrzeug anschaffen würde. Wie sieht es aber aktuell aus, wäre da nicht die Finanzierung? Eine Frage, die mir auf Messen und Veranstaltungen immer wieder gestellt werden und ich hier gerne eine Antwort darauf geben möchte.

Die Anzahl der Fahrzeuge hat schlagartig zugenommen und bisher hat fast jeder Hersteller ein rein elektrisches Fahrzeug oder ein Hybridmodell im Angebot. Fast in jedem Preissegment gibt es Modelle, auch wenn viele die Elektromobilität noch für „unbezahlbar“ halten.

Einen Blick möchte ich hier auf den Renault ZOE werfen, der mit einem Preis von rund 21.000 Euro absolut im fairen Bereich liegt. Obwohl hier die monatliche Batteriemiete von mindesten 79 Euro noch hinzukommt. Im mittleren Preissegment finden wir Fahrzeuge wie den Nisan LEAF, BMW i3, Mitsubishi i-MiEV, Citroen C-Zero oder den Peugoet iOn. Ein Blick auf das Premium-Segment lässt an der Spitze der Preise das Tesla Model S aufblitzen.

Vermutlich würde es auf den Renault ZOE hinauslaufen, denn der Preis für das Modell ist absolut ok und ich fahre viel in der Stadt bzw. lege Distanzen von rund 100 bis 150 km zurück. Aufladen kann ich das Fahrzeug kostenlos an öffentlichen Ladesäulen in Marburg, auch wenn dies zunächst etwas umständlich ist und mein Weg zur Wohnung noch rund 20 Minuten beträgt.

renault-zoe-elektroauto

Hierfür könnte ich alternativ ein öffentliches Verkehrsmittel nehmen oder aber einen kurzen Spaziergang zurücklegen. Zwar nicht unbedingt komfortabel und bei schlechten Wetterbedingungen zu empfehlen, aber ich wäre bereit die Komfortzone zu verlassen. Diesen Preis muss man leider aktuell noch bereit sein zu zahlen, möchte man auf den Zug der Elektromobilität aufsteigen. Mietshäuser können bislang noch so gut wie keine Ladesäulen aufweisen. Auf dem Land würde vielen eine Außensteckdose schon genügen, wofür ich aber ins Elternhaus fahren müsste.

Dazu möchte ich kurz eine kleine Erfahrung erzählen, die wir mit unserem Stromanbieter machen konnten. Die dortige Außensteckdose ist mit dem Zähler für das restliche Haus verbunden. Einen separaten Zähler gibt es nicht und dementsprechend kam die Quittung durch unseren Stromanbieter nach dem Test mit der zweiten Generation des Nissan LEAF. Zwei Wochen dauerte dieser und kurze Zeit später wurde der monatliche Abschlag aufgestockt. Kein Wunder, lud ich das Fahrzeug einige Tage vollständig an der Steckdose und sorgte für einen enormen Anstieg beim Verbrauch. Sicher hätte ein Anruf dort genügt und dies verhindert, dennoch sollte man genau so etwas vorher wissen und kann, falls zur Verfügung steht, einen gesonderten Stromtarif wählen. Einige Hersteller haben mit bestimmten Stromanbietern eine Kooperation und können spezielle Tarife anbieten.

Alle Beiträge zur Artikelserie:

26. Januar 2015  |  DanielB

10 Kommentare

  1. Nach wie vor lohnen sich Elektroautos einfach nicht, warten wir lieber mal auf die nachfolgenden Fahrzeuge … alleine wenn man überlegt und berechnet was der Strom kostet und wie so viel Strom dann produziert werden müsste ;)

    • Das ist eine Rechnung die so nicht ganz aufgeht ;) – einfach zu sagen sie lohnen sich nicht, kann man so nicht stehen lassen. Was mich der Strom für die Produktion kostet? Quasi nichts, wenn ich die Anlage bereits zur Verfügung habe (PV, Windkraft, usw.) – Was ich auf 100 km zahle? Die Hälfte im Vergleich zu meinem jetzigen Verbrenner. Bei uns zahle ich nichts für die Aufladung von so einem Fahrzeug ;)

      Wenn ich natürlich einen normalen Golf nehme und dann einen e-Golf als Vergleich nehme, kann die Rechnung nicht funktionieren. Einsatzgebiete, Strompreise + Produktion, Laufleistung und aktuelle Fahrzeuge im Fuhrpark als Vergleich sind nur wenige Faktoren die dort mit hineinfließen.

  2. ich bin auch wieder vom e-auto abgekommen. iwie finde ich, dass dies nur was für gutverdienende leute ist. du brauchst eine garage, um das teil mit ökostrom laden zu können, also ein haus (egal ob gemietet oder im eigenen besitz). ladesäulen zu finden, die nicht mit atomstrom betrieben werden, sollte möglich sein. allerdings ist die reichweite im winter katastrophal, wenn ich in einem geheizten auto sitzen will.
    wenn man also davon ausgeht, dass das e-auto die verbrenner ersetzen soll, dann ist es im augenblick keine alternative.
    vlt. braucht es aber ein ganz anderes verkehrskonzept. dann wäre die rolle des e-autos aber auch neu zu formulieren.

    • Danke für deinen Kommentar und tatsächlich hat das Elektroauto eine andere Rolle als es viele wahrnehmen. Das Elektroauto ist ein Nischenfahrzeug und dafür genügt die Reichweite aus.

      Sicherlich geht bei der Reichweite im Winter etwas verloren, aber hierfür kann das Fahrzeug kostengünstig mit einer Diesel-Standheizung aufgerüstet werden. Ist zwar nicht im Sinne des Erfinders, aber machbar. Als weiterer Punkt sei festgehalten, dass viele Elektroautos einen Timer für die Heizung besitzen. Ist das Fahrzeug also noch an der Ladesäule, kann der Timer eingeschaltet werden oder eben bequem über die App am Handy. Damit erreicht die Batterie und der Innenraum eine bestimmte Temperatur, mit der der Verlust der Reichweite sehr gering ausfällt.

      • Das E-Auto ein Nischenfahrzeug!? Aber nur, weil die Hersteller (ausser Tesla!) das genau so wollen! Auch die Politik hat ihren Anteil daran. Mit mehr Reichweite und passender Schnellladeinfrastruktur wäre ein Leaf, Zoe etc. jederzeit alltagstauglich und auch für längere Strecken gut geeignet.

        Eine Diesel-Standheizung in einem Elektroauto kann keine Lösung sein!

  3. Ich denke je nach Einsatzbereich und Geldbeutel kann das E-Auto tatsächlich eine super Alternative sein. Ich fahre z.b. unseren Twizy der zunächst als „Zweitwagen“ angeschafft wurde mittlerweile als Erstwagen. Der Prius steht viel rum. (Vielleicht noch 3000 km im Jahr, der Twizy gute 10.000 km) Ich wohne auch in Marburg, könnte auch umsonst bei den Stadtwerke Tankstellen laden, aber ich mache das eigentlich immer tagsüber an der Aussensteckdose im Büro.
    Für längere Strecken muss halt noch der Verbrenner herhalten, aber die Tage sind gezählt. Ich kaufe mir sicher keinen Verbrenner mehr. Alleine schon weil die so schlecht fahren aus Sicht eines Elektrofahrers. (Durchzug, Komfort)
    Das ich mit Ökostrom nahezu ohne Umweltbelastung Auto fahren kann rundet das ganze dann ab.

    • Interessant welche Laufleistung der Twizy bei euch hat und ist schon erstaunlich. Schön zu hören, dass der Verbrenner, auch wenn es nur ein reiner Verbrenner sein sollte, ausgedient hat.

    • Für die Stadt natürlich eine durchaus denkbare Alternative, die wenig eigene Kraft benötigt. Leider oft nur bei gutem Wetter brauchbar, wenig Transportmöglichkeiten und so weiter…

  4. Auch ich bin goßer E-Mobility-Fan und fahre einen schwarzen Ibiza ST….noch zwei Jahre.
    Dann wirds ein Tesla Model 3, wenn die deutschen Hersteller nicht aus dem Quark kommen.
    Grüße aus dem Allgäu !
    Norbert

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