Elektroschrott – Handys sind eine Goldgrube

Immer mehr wird Elektroschrott zu einem globalen Problem. Während früher Elektrogeräte repariert wurden, sich das finanziell auch lohnte, hat sich dies heute zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt. Bestes Beispiel hierfür sind Handys/Smartphones. Doch auch Computer, Laptops und Haushaltsgeräte zählen dazu. Werden diese nicht entsprechend zum Recycling abgegeben, landen sie im Müll und werden günstig in Dritteweltländer transportiert. Dies ist schädlich für die Umwelt, aber auch schädlich bis tödlich für die Menschen die mit diesem Müll ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. 

Basler Konvention gegen Elektroschrott

Rund 170 Staaten sind der Basler Konvention beigetreten. Dabei handelt es sich um ein internationales Umweltabkommen und die grenzüberschreitenden Transporte der gefährlichen Abfälle kontrolliert. Alleine aus Deutschland landen jährlich etwa 150.000 Tonnen an Elektroschrott in Asien oder Afrika.

Handys sind eine Goldgrube

Das größte Problem hierbei sind vor allem Handys. In einer Tonne Elektroschrott lassen sich 240 g Gold, 2,5 kg Silber und 92 g Kupfer gewinnen. Auch andere wichtige Rohstoffe wie Kobalt oder Palladium befinden sich darunter. Alleine in einem Mobiltelefon befinden sich 250 mg Silber und 24 mg Gold. Alleine in 2012 ergab eine Umfrage von BITKOM, dass rund 86 Millionen Handys in den deutschen Haushalten verstauben würden.

Elektroschrott und Giftstoffbelastung
Elektroschrott und Giftstoffbelastung

Aus den 86 Millionen Handys würden sich 21,5 Tonnen Silber und 2 Tonnen Gold gewinnen und wenn man bedenkt, dass es pro 5 kg Silberbarren eine Summe im vierstelligen Bereich gibt, dürfte die Gesamtsumme schnell deutlich werden. Doch was passiert? Die wenigsten Handys werden fachgerecht entsorgt oder verkauft, entweder bleiben sie ungenutzt über Jahre liegen oder landen im normalen Müll.

Wie kann ein Handy nun sinnvoll weitergegeben werden?

Die einfachste Methode wäre es im Fachhandel abzugeben. Diese arbeiten häufig in Kooperation mit speziellen Unternehmen und nehmen diese kostenlos entgegen. Der Hightech-Verband BITKOM schlägt allerdings auch den Verkauf von Handys vor. Die dann später wieder verkauft werden und so weiterhin im Umlauf bleiben. Eine weitere Alternative wäre das Verschenken oder eben das bereits angesprochene Recycling. Dadurch bleiben die wertvollen Rohstoffe im Wertstoffkreislauf und schont die Ressourcen und landet eben nicht als Elektroschrott in Asien oder Afrika.

Hilft Handy-Pfand gegen Elektroschrott?

Aktuell wurde von Experten bei der Hamburg T.R.E.N.D. eine weitere Lösung vorgeschlagen. So könnte ein Handy-Pfand etwas gegen den Elektroschrott tun. Dabei könnte ein Pfand von bis zu 100 Euro in Frage kommen. Gibt also ein Verbraucher sein Handy ab, bekommt er das Pfand dafür wieder. Könnte der Verkauf von Handys dadurch zurückgehen? Martin Faustlich von der Technischen Universität Clausthal ist sich sicher, dass dies nicht eintreffen würde. Eine weitere Möglichkeit wäre das Geräte-Leasing. Hierbei wird das Handy über einen gewissen Zeitraum geleast.

Es zeigt sich also, dass sicher jede Variante besser ist als die Geräte in den Müll zu befördern. Denn es geht nicht nur um die genannten Rohstoffe und das Unternehmen sich daran eine „goldene Nase“ verdienen, sondern langfristig auch die eigenen begrenzten Ressourcen schont und die Umwelt entlastet.

6. Februar 2013  |  DanielB

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