Kommentar von Heinz Arnold zu Smart Meter

In einem aktuellen Beitrag auf elektroniknet.de wurde  ein Kommentar vom Chefredakteur Heinz Arnold  der Markt&Technik. Darin geht er auf Smart Meter und die damit verbundene Problematik des Datenschutzes und der Privatsphäre ein. Nach seiner Aussage werden die Smart Meter (intelligente Stromzähler) einen sehr hohen Sicherheitsstandard erfüllen und ihm wäre kein Land bekannt, welches einen ähnlich hohen Standard setzt.

Erstaunlich ist für ihn auch, dass gerade intelligente Stromzähler die Furcht vor dem Verlust der Privatsphäre auslöst und nahm darin Bezug auf ein Bild aus einer Zeitung und Facebook. Ein Hinweis ist in seinem Kommentar allerdings sehr interessant. So möchte ich den Satz einfach mal zitieren: „[…]Dabei werden die sozialen Medien unser Leben stärker verändern als die meisten technischen Umbrüche zuvor.[…]“.

In diesem Fall würde ich ihm sogar zusprechen und es scheint wirklich so, als würden wir durch die Social Networks abgestumpfter und weniger kritisch mit unseren Daten in den Netzwerken umgehen.

Der Kommentar geht natürlich weiter und hält auch einige interessante und kritische Fragen bereit. Was aber halte ich davon und wo würde ich ihm widersprechen?

Den Vergleich von Daten und Privatsphäre zwischen den Social Networks und Smart Meter, oder viel eher Smart Metering würde ich so nicht setzen. Bei den Social Networks obliegt es uns ob wir dort entsprechende Daten einpflegen, uns registrieren oder Daten preisgeben. Anders sieht es da bei Smart Meter bzw. Smart Metering aus.

Heinz Arnold beschreibt in seinem Kommentar, dass der Endverbraucher eventuell sogar profitieren könne von Smart Meter. Das sehe ich etwas anders. In der Vergangenheit und in der Gegenwart zahlt der Endverbraucher ständig drauf. Allein schon durch die Gesetzeslage wird der Verbraucher nicht zwingend günstiger dabei wegkommen. Wenn Stromanbieter anfangen ihre Tarife nach Lasten und Tageszeit anzupassen, dann wird zwangsweise der Endverbraucher draufzahlen müssen.

Wie sieht es mit den Daten aus die gesammelt werden, obwohl man es gar nicht möchte? Ich zitiere dabei aus meinem letzten Beitrag eine Passage:

„Viel tragischer ist da die Möglichkeit der sammelbaren Daten, denn je nach Schaltvorgängen, Stromhöhen oder Frequenzmustern ist eine sehr genaue Analyse des Verbrauchers möglich. Anhand der Daten ist es also möglich zu erkennen, wann jemand im Haus ist und wann nicht, in etwa wie viele Personen sich im Haushalt aufhalten und sogar welcher Film im TV geschaut wird.

Die moderne Technik erlaubt eine genaue Analyse für den Verbraucher, der damit seinen eigenen Energieverbrauch verändern kann, aber eben auch die Analyse des Verbrauchers durch den Verteilungsnetzbetreiber, Stromnetzbetreiber und weiteren Firmen. Der Kunde wird somit weiter gläsern.“

Zwar haben wir selbst durch Smart Meter die Möglichkeit viel besser Energiefresser zu erkennen und diese besser zu steuern, aber Daten werden hier auf Knopfdruck gesammelt und ohne das auch noch ohne Zustimmung. Auch was die Tarife angeht bin ich mal gespannt wie sich das auswirken wird, aber ob der Verbraucher dabei endlich mal sparen kann?

PS: Sollte ich den Kommentar missverstanden haben oder es fühlt sich nun jemand auf den Schlips getreten, dann entschuldige ich mich an dieser Stelle dafür.

9. Juli 2012  |  DanielB

1 Kommentar

  1. Viel werden Verbraucher nicht sparen können durch intelligente Stromzähler. Untersuchungen liegen bisher bei Einsparungen zwischen 2 und 10%. Intelligente Stromzähler lösen bei einigen Menschen mittlerweile einen Reflex aus, aus Angst vor etwas Ungewissem. Aber was sich hinter der Technik wirklich verbirgt, weiss kaum jemand.

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