Was ist eigentlich Smart Metering?

In der Elektrotechnik wird in den letzten Jahren ständig über Smart Metering, Smart Grid und Intelligente Stromzähler gesprochen. Fachbegriffe, mit denen Laien häufig nur sehr wenig anfangen können und Hausbesitzer womöglich noch nicht weiter beschäftigt hat. Doch in der Zukunft sollte dies geschehen und auch Hausbesitzer sollten sich diesem Thema deutlich mehr widmen als es bisher der Fall ist.

Aus diesem Grund wollen wir gerne etwas mehr zur Aufklärungsarbeit beitragen und euch Smart Metering, Smart Grid und die Intelligenten Stromzähler in mehreren Beiträgen vorstellen und erklären.  Was also ist Smart Metering und wie funktioniert es

Was wird unter dem Begriff Smart Metering verstanden?

Ich zitiere hier die Einleitung von Wikipedia dazu: „Smart Metering ist der in der Versorgungsbranche übliche Ausdruck für Übertragungsvorgänge und die damit verbundenen Prozesse und Systemlösungen des Einsatzes Intelligenter Stromzähler, die über die reine Energieverbrauchsmessung hinaus mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet sind.“ (Quelle: Wikipedia). Smart Metering ist somit eine Bezeichnung für die verschiedenen Messmethoden innerhalb des Smart Grid (Intelligentes Stromnetz).

Wie sieht die Gesetzeslage aus?

Der eigene Verbrauch kann bisher nur sehr schwer mit konventionellen Stromzählern gemessen werden. Verbraucher haben bisher immer die Zählerstände ablesen lassen und ihre Rechnungen nach den verbrauchten kWh bezahlt. Einen Überblick über Verbrauchsspitzen und Stromfressern im Haushalt erhielt man so jedoch nicht.

Der Kunde soll also nach der Europäischen Richtlinie zu Energieeffizienz und Energiedienstleistungen (EDL 2006/32/EG) den Energieverbrauch besser kontrollieren können. Die Messung des Verbrauchs soll deshalb wesentlich häufiger durchgeführt werden sollen. Zudem helfen die Messergebnisse der Intelligenten Stromzähler genau dort weiter. Grafische Auswertungen sind nur einer der großen Vorteile der Intelligenten Stromzähler, aber darauf wollen wir später in einem weiteren Beitrag eingehen.

Auch in Deutschland hat sich da einiges in der Gesetzeslage geändert. So gilt seit dem 01. Januar 2010 die Einbaupflicht von Intelligenten Stromzählern in Neubauten und grundsanierten Gebäuden. Die genauen Bedingungen dazu können im §21d des EnWG nachgelesen werden. Einen Anreiz auf Energieeinsparung soll die Auswahl zusätzlicher Tarife geben. Dabei handelt es sich um lastvariable und tageszeitabhängige Tarife. Bedeutet auch, dass der Kunde eventuell sogar noch mehr zahlen muss, als es bisher schon der Fall ist. Ob der Kunde dabei wirklich den Anreiz auf Energieeinsparung bekommt, oder doch eher ein wenig dazu gezwungen wird? Auf diese Frage dürft ihr euch gerne eure eigene Meinung bilden.

Verbraucher üben Kritik

Allein durch die Gesetzeslage und der zusätzlichen, vielleicht in der Zukunft auch nur einzig auswählbaren Tarife, wird der Verbraucher nicht zwingend unbedingt günstig davonkommen. Aber das soll erst einmal ein kleineres Übel sein und die Hoffnung für endlich günstigere Tarife stirbt zuletzt.

Viel tragischer ist da die Möglichkeit der sammelbaren Daten, denn je nach Schaltvorgängen, Stromhöhen oder Frequenzmustern ist eine sehr genaue Analyse des Verbrauchers möglich. Anhand der Daten ist es also möglich zu erkennen, wann jemand im Haus ist und wann nicht, in etwa wie viele Personen sich im Haushalt aufhalten und sogar welcher Film im TV geschaut wird.

Die moderne Technik erlaubt eine genaue Analyse für den Verbraucher, der damit seinen eigenen Energieverbrauch verändern kann, aber eben auch die Analyse des Verbrauchers durch den Verteilungsnetzbetreiber, Stromnetzbetreiber und weiteren Firmen. Der Kunde wird somit weiter gläsern.

Fazit:

Smart Metering ist eine moderne Methode der Messung des Verbrauchs und bringt Vor- wie auch Nachteile mit sich. Jeder soll dabei seinen ganz eigenen Nutzen daraus ziehen. Am Ende wird allerdings der Verbraucher wieder draufzahlen.  Etwas ausführlicher und einleuchtender wird dieser Beitrag dann mit dem Beitrag zum Intelligenten Stromzähler.

15. Juni 2012  |  DanielB

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