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Texas verschenkt Ökostrom durch Windkraft

Texas verschenkt Ökostrom durch Windkraft

13. November 2015

In Texas verschenken die ersten Energieversorger über Nacht den produzierten Ökostrom durch Windkraft. Damit soll die Überproduktion an elektrischer Energie kompensiert werden und gleichzeitig auch Kunden an ein jeweiliges Unternehmen gebunden werden.

Vor allem durch die Förderung von Öl und Gas ist Texas bekannt. Doch mittlerweile liegt der Anteil an erzeugter Energie aus Windkraft bei ganzen 10 Prozent. Ein Wert, der in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Stromproduktion im Überfluss ist die Folge, zumindest über Nacht.

Zwischen 21 und 6 Uhr verschenken die Betreiber ihren produzierten Strom. Gerade in diesem Zeitraum ist der Verbrauch besonders gering und soll Kunden dazu animieren auch nachts ihre Waschmaschine, Spülmaschine oder den Trockner laufen zu lassen. Kraftwerke stehen dadurch nicht still und die Betreiber erhoffen sich dadurch eine langfristige Kundenbindung sowie die Reduzierung der Betriebskosten.

Entlastung der Stromnetze durch Verschiebung der Verbraucher

Ein logischer Schritt der hier erfolgt. Der Anteil im Stromnetz an erneuerbaren Energien steigt stetig an und deren Stromerzeugung lässt sich nur schätzen. Während bei konventionellen Kraftwerken deren Produktionskapazitäten bekannt und berechenbar sind. Dies zeigt sich vor allem darin, wenn wir anfangen müssen unseren Strom zu verschenken bzw. wir sogar noch Geld zahlen müssen, damit andere Länder unsere Überproduktion abnehmen.

Damit diese steigende Komplexität der Stromnetze, Verbraucher und Stromerzeugung besser reguliert werden kann, ist das Thema „intelligente Stromnetze“ oder auch „Smart Grids“ kein unbekannter Begriff mehr. Ebenso ist „Smart Living“ oder „Smart Home“ nicht nur eine Verbesserung der Lebensqualität, sondern ermöglicht es zukünftig Verbraucher besser steuern zu können und somit die Stromnetze zu entlasten.

Genau dies geschieht in Texas. Die Überproduktion in der Nacht wird dazu genutzt die Kundenbindung zu verbessern und gleichzeitig die oft überlasteten Netze am Tage zu entlasten. Deshalb wird der Strom schlichtweg verschenkt und ein solcher Schritt wäre sicherlich auch in Deutschland zu begrüßen.

Variable Stromtarife können starre Tarife ablösen

Hinzu kommen sogenannte „zeitvariablen Tarife“ die die bisher eher starren Stromtarife ablösen sollen/können/müssen. Neu ist dieser Punkt aber nicht und schon in Deutschland sprach ich mit Miele auf der IFA in 2012 darüber . Bei der die Waschmaschine mit der Photovoltaik-Anlage gekoppelt ist und entsprechend der Start des Waschvorgangs automatisch beginnt.

Der Kunde kann dadurch Geld sparen und seine Haushaltsgeräte dann starten, wenn ein bestimmter Tarif zur Verfügung steht. An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf das Buch “Energiewende in Bürgerhand” hinweisen. Darin wird noch ein weiterer Punkt beschrieben, der an die zeitvariablen Tarife unmittelbar anknüpft. Kurz erklärt: “Der heutige Strommarkt ist für den Verbraucher ein Graus und beim Thema „Energiewende“ wird es besonders kurios. Selten weiß der Verbraucher woher ein Strom stammt und nicht jeder möchte einen Wechsel vornehmen. Flexibilität ist hier ebenfalls nicht gegeben. Beim Hybridstrommarkt soll der Kunde seinen Bezug aus zwei Bereichen individuell zusammenbauen können. So gibt den bisher ersten Bereich über die Abrechnung pro Kilowattstunde und den zweiten Bereich, bei dem sich der Kunde in eine Erzeugungsanlage einmieten kann. Anteilig bekommt der Kunden entsprechend seines Mietanteils dann Strom aus der Anlage. Somit reduziert sich die Menge an Strom aus dem ersten Bereich.”

Experten meinen: Strom langfristig kostenlos verfügbar

Strompreise werden zum jetzigen Zeitpunkt nicht günstiger und Jahr für Jahr zahlen Verbraucher mehr, während sich Unternehmen z.B. von der Ökostromumlage befreien lassen können. Es gibt allerdings einige Experten, die der Ansicht sind, dass Strom auf lange Sicht kostenlos sein wird. Diese Ansicht kann ich nicht teilen bzw. wäre es ein langer und schwerer Weg dorthin.

Strom entwickelt sich zu einem Luxusgut, zumindest hierzulande. Selbst für den Eigenverbrauch müssen Abgaben getätigt werden und stößt berechtig auf Unverständnis. Wenn die Experten recht haben wollen, dann sollte man im ersten Schritt alle an der Ökostromumlage beteiligen, die Strompreise senken und die extrem niedrigen Preise an der Stromböse auch dem Endverbraucher zukommen lassen sowie einen ähnlichen Schritt gehen wie es einige Betreiber in Texas gerade tun.

Texas bringt die Energiewende vorwärts – Ökostrom wird verschenkt

Wir haben ein Ziel in der Energiewende und das ist auf 100 Prozent erneuerbare Energien zu kommen bei der Stromproduktion. Für diesen Weg sind mehr Schritte notwendig als es sich viele von uns vorstellen können. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle an einem Strang ziehen und vorantreiben. Egal ob es die Betreiber der Kraftwerke, Unternehmen und private Verbraucher sowie dienstleistende Unternehmen und nicht zuletzt die Technologien sind.

Sicher, Texas muss bei der Energiewende und hin zu einem „sauberen Image“ weg von Öl und Gas kommen. Da kann sich der Anteil an Windkraft von immerhin 10 Prozent noch so gut anhören. Doch wir können zuversichtlich sein, denn Amerika hat erkannt wie wichtig erneuerbare Energie ist.

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