Altmaier hat einen Plan zu Strom-„Sicherheitsnetz“

Der Bundesumweltminister Peter Altmaier hat nun ein Konzept für die strategische Strom-Reserve erarbeitet. Das Sicherheitsnetz soll vor allem einem drohenden Versorgungsengpass vorbeugen und den Verbraucher vor Stromausfällen bewahren. Durch den Plan werden nicht nur die Energiekonzerne unter Druck gesetzt, sondern auch die Kabinettskollegen zu Arbeit verdonnert. Insbesondere Philipp Rösler steht mit der Neuplanung unter starkem Zugzwang. Die Stromversorgung und das geplante Strom-Reservenetz fallen in die Zuständigkeit des Bundeswirtschaftsministers der FDP.

Begründer des Fachdialog strategische Reserve

energiespeicherungPeter Altmaier gilt als Initiator der Initiative Fachdialog strategische Reserve. Neben dem Bundesverband erneuerbare Energie sind an dem Fachdialog noch weitere Fachleute aus Energie- und Wasserwirtschaft beteiligt. Nach eindeutigem Beschluss des Fachdialogs muss eine Strom-Reserve unbedingt bereitgestellt werden. Kraftwerkskapazitäten müssen als Reserve genutz werden können, sodass für den Verbraucher auch weiterhin die volle Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann. Gerade Situationen, an denen keine Deckung der gesamten Nachfrage möglich wäre, sollen durch die geplante Strom-Reserve abgewandt werden. Die durch den Fachdialog beschlossene Strom-Reserve soll neben der Versorgungssicherheit auch geringe Anforderungen an die Regulierung stellen. Die Funktionsfähigkeit des Marktes soll erhalten und zu geringen Kosten eine Kompatibilität zum EU-Binnenmarkt geschaffen werden.

Deutscher Strom erweist sich auch weiterhin als echter Exportschlager

Im Fall von wegbrechenden Kraftwerkkapazitäten ist man in Deutschland bisweilen nur beschränkt ausgerüstet. Ersatztechniken „stecken noch in den Kinderschuhen“ und ein adäquater Ersatz konnte bisher noch nicht geschaffen werden. Im Jahr 2011 wurden bereits einige Kraftwerke, die bereits stillgelegt waren, reaktiviert um einer Engpass-Situation vorbeugen zu können. Durch die geplante Winterverordnung soll noch in der ersten Jahreshälfte eine vertragliche Bindung für zusätzliche Reservekraftwerke entwickelt werden. Betreiber von Anlagen sollen nach dem Strom-Reserve Beschluss daran gehindert werden eine funktionsfähige Anlage stillzulegen. Momentan wollen viele Betreiber eine Schließung durchsetzen, da die meisten Anlagen nicht ausreichend ausgelastet sind und kein rentables Arbeiten möglich ist. Der Hauptgrund für die geringe Auslastung vieler Kraftwerke ist in der Förderung von erneuerbaren Energien zu sehen. Die momentan geplante Kaltreserve und Winterverordnung kann jedoch nur als eine Übergangslösung betrachtet werden.

Foto: Marcus Klepper – Fotolia.com

14. Mai 2013  |  DanielB

1 Kommentar

  1. Herr Altmaier scheint ausschließlich Gas- und Kohlekraftwerke in seinen Plänen für ein Stromsicherheitsnetz zu berücksichtigen. Eine ähnlich wichtige Rolle spielen jedoch bestehende und in Planung befindliche Pumpspeicherkraftwerke, die ohne Emissionen Energie für Notfälle speichern können. Vattenfall, EON & CO drohen mit der Stilllegung von bestehenden Anlagen und haben ihre Neubaupläne auf Eis gelegt, da sich das alte Pumpspeicher Geschäftsmodell (Einkauf von Billigstrom in der Nacht und Verkauf zu Höchstpreisen am Mittag) wegen Solar-und Windenergie nicht mehr rechnet, die den Strompreis gerade zur sonnigen Mittagszeit drücken.
    Um sowohl Kraftwerke als auch Speicheranlagen zu erhalten bzw. auszubauen, muss und wird deshalb sehr bald eine Basisvergütung für das Bereitstellen von Kapazität kommen (der sog. Kapazitätsmarkt). Wenn der Staat diese Vergütungen nicht über Fördermittel finanziert, wird letztendlich wieder der Verbraucher diese zusätzlichen, aber dringend notwendigen, Kosten der Energiewende tragen müssen.

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