Handwerksbetriebe müssen wirtschaftlich denken – Miete oder Kauf von Maschinen?

Die Wirtschaftlichkeit ist im Handwerk ein sehr großer Faktor. Das fängt schon bei der Angebotsabgabe an, geht über den eigentlichen Auftrag + eventuelle Zusatzleistungen bis hin zur Auftragserledigung und Abrechnung. Eine falsche Kalkulation kann so schon von vornherein einen Auftrag zu einem Nullgeschäft machen.

Wenn nun noch die eigenen Mitarbeiter unvorhergesehene Probleme beheben sollen, kann das Angebot schon zu einem Minusgeschäft werden. Selten ist dies nicht der Fall. Vor allem im Handwerk trifft man sehr häufig auf ganz typische Fälle. Zumindest habe ich dies in meiner bisherigen Laufbahn als Elektroniker so erleben können. 

Wirtschaftlichkeit bei Maschinen?

staenderbohrmaschineAbhängig vom Auftrag, werden teilweise sogar Sondermaschinen benötigt. Im Elektrohandwerk können es zum Beispiel Kernbohrmaschinen oder Schlitz- und Stemmmaschinen sein. Ist nicht gerade selten der Fall. Ein kleiner Fachbetrieb hat häufig immer eine Schlitz- oder Stemmmaschine auf Lager und kann somit sofort agieren. Auch bei größeren Fachbetrieben ist dies der Fall.

Jetzt kann es jedoch sein, dass es bei der Maschine zu einem Defekt kommt. Garantie ist abgelaufen und eine Reparatur lohnt sich gegenüber einer Neuanschaffung rein wirtschaftlich nicht. Da wird gar nicht lang überlegt und eine neue Maschine gekauft. Schon einmal über den Preis nachgedacht? Gerade wenn es um Markenwerkzeug geht, gehen da eine ganze Stange Geld über die Ladentheke. An dieser Stelle ist der Inhaber aber gefragt, ob er wirklich eine Maschine kaufen muss.

Miete oder Kauf von Maschinen?

Jetzt gilt es zu überleben ob ein Kauf oder die Miete von einer Maschine günstiger ist. Nicht vergessen möchte ich da noch das Leasing. Welches vor allem in meinem Ausbildungsbetrieb zum Einsatz kam. Bei einem Defekt wurde das Gerät sofort ausgetauscht, was durchaus ein Vorteil war und auch die Reparaturen gingen schnell. Zusätzliche Kosten entstanden nicht, dafür ist aber der Preis für das Leasing pro Monat recht hoch.

Ein Kauf, vor allem bei Sondermaschinen, macht aber teilweise erst gar keinen Sinn. Leasing auch nicht, da diese einfach nicht häufig genug zum Einsatz kommen. Beispiel wäre hier noch die Hebebühne. Jetzt kann es aber passieren, dass bei einem Angebot eine Hebebühne zum Einsatz kommen muss und auch Kernbohrungen vorgenommen werden. Jetzt bleibt als letzter Ausweg nur noch die Miete von Maschinen.

kernbohrmaschine

Bei einer eventuellen Notwendigkeit können so passende Maschinen für einen günstigen Preis gemietet werden. Da es sich häufig nur um einen kurzen Zeitraum handelt, halten die Kosten sich in Grenzen. Nun muss der Fachbetrieb jedoch entscheiden, ob er dies ins Angebot als gesonderten Posten mit aufnimmt, oder aber die Kosten auf andere Posten im Angebot aufteilt. Am Ende muss sich das Angebot trotz Miete noch rechnen.

Fazit:

Miete, Kauf und Leasing habe ich alles schon kennen gelernt. Am Ende muss jeder Betrieb für sich selbst abwiegen was wirtschaftlicher ist. Dazu sollten die Aufträge in den letzten Jahren kontrolliert werden. Nur so zeigt sich, wie oft die Sondermaschinen und Werkzeuge zum Einsatz gekommen sind. Die Rede ist hier nicht von einem Akkuschrauber oder einer Bohrmaschine, sondern eben von  anderen Maschinen die nicht täglich zum Einsatz kommen. Bei einem Kauf muss der Preis innerhalb der nächsten zwei Jahre wieder drin sein. Bei einem Leasing muss ein häufiger Einsatz schon fast garantiert sein. Bei der Miete kann der Preis eben auf den Kunden übertragen werden. Dafür sind aber vom Arbeitsaufwand weitere Schritte wie die Verfügbarkeit, schnelles Handeln bei Sonderaufträgen und die Abwicklung nötig. Jede Möglichkeit hat sein Vor- und Nachteile, aber durch diesen Beitrag sollen die Optionen nun deutlicher sein.

16. August 2012  |  DanielB

1 Kommentar

  1. Hallo,
    ich finde es sehr gut, wie neutral ihr abwägt und so den Handwerksbetrieben bei den Entscheidungen helft, super sache! Findet man viel zu selten in dieser unseren lobbywelt.

    LG, weiter so

    Franz

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