Mobiler Schnelllader von Designwerk feiert Premiere beim WAVE-Weltrekord

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Eine Besonderheit wartete während des Roadtrips auf uns und leider durften wir im Vorfeld nicht darüber berichten. Mit dem mobilen Schnelllader von Designwerk waren wir auf der sicheren Seite und brauchten keine Sorgen mehr machen über einen zu langen Aufenthalt während des Ladevorgangs.

Hierfür und passend zum UEFA Champions League Finale in der übernächsten Woche, erhielten wir einen mobilen Schnelllader MDC22 von Designwerk. Dieser ist in der Lage von Typ 2 der Ladestation mit bis zu 22 kW das Elektroauto mit CHAdeMO-Anschluss voll ausnutzen zu können. Somit kann der Nissan LEAF in rund 50 Minuten voll aufgeladen werden an einer Typ 2-Ladestation oder ein BMW i3 in rund 45 Minuten.

An dieser Stelle sei nur einmal ein Beispiel an der Ladesäule von RWE in Magdeburg genannt. Die Anzeige am mobilen Schnelllader (MDC22) zeigte einen Ladestand von 33 Prozent an und die restliche Ladedauer bis 100 Prozent würde nun noch 59 Minuten dauern. Also starteten wir den Ladevorgang und dieser war in der Lage, von den 22 kW Wechselstrom an der Säule 21,2 kW zu nutzen. Am Ausgang für das Fahrzeug lag eine Leistung von 20,4 kW am CHAdeMO-Anschluss an. Ein sehr geringer Verlust und ehrlich gesagt, habe ich zunächst mit wesentlich mehr gerechnet.

Ladezeit deutlich reduziert mit mobilen Schnelllader MDC22

Nach 44 Minuten haben wir den Ladevorgang beendet und erreichten einen Ladestand von 93 Prozent. Normalerweise könnten wir, ohne diesen mobilen Schnelllader, nur mit 3,6 kW Ladeleistung an Typ 1 laden und würden dafür zwischen 8 und 10 Stunden benötigen. Ein Upgrade auf 6,6 kW Ladeleistung an Typ 1 steht beim Nissan LEAF für alle vier Ausstattungslinien zur Verfügung. Hierfür wird ein Preis von 1.047 Euro genannt. Dafür reduziert sich die Ladezeit natürlich deutlich und eine vollständige Aufladung dauert nun nur noch rund 5,5 Stunden.

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Viele der Ladestationen in Deutschland besitzen Typ 2 und Grund ist hierfür, dass sich die EU auf Typ 2 (Mennekes) geeinigt hat. Häufig sind diese Säulen mit 11 kW oder eben 22 kW ausgestattet. Für den LEAF, der in der Regel an Typ 1 nur mit bis 6,6 kW maximal laden kann, kommt da der mobile Schnelllader gerade recht.

Technische Daten
AC Eingang
Steckertyp CEE16, CEE32, Typ 2
Leistung, Strom 22 kW, 32 A
Spannung 400VAC +/- 10 % oder 230 VAC +/- 10 %
Effizienz 94 % dreiphasig, 90 % einphasig
Frequenz 50 Hz +/- 1 %
DC Ausgang
Steckertyp CHAdeMO, CCS Typ 1 und CCS Typ 2
Leistung 21 kW
Spannungsbereich 280-450 VDC
Gewicht 22,5 kg
Dimension 620 x 370 x 195 mm
Gehäuse regenwassergeschützt IP54
Kühlung stufenlos temperaturabhängig
Betriebstemp. -20° C bis +40° C
Bedienung OLED Grafikdisplay, 2 Tasten

Mit 22,5 kg nicht gerade ein Leichtgewicht und hatten zunächst die Befürchtung, dass uns dieses Gerät eventuell zur Last fallen könnte. Am Ende stellten wir fest, dass dies absolut nicht der Fall ist und uns eher wesentlich flexibler werden lassen hat. Sogar soweit, dass wir schneller laden konnten als der Renault ZOE, der immerhin direkt Typ 2 mit bis zu 22 kW zulässt. Darüber staunten auch einige ZOE-Fahrer.

Mangelndes CHAdeMO-Schnellladenetz sorgt für Einsatz mobiler Schnelllader

Über das CHAdeMO-Schnellladenetz hier in Deutschland wollen wir nicht weiter reden und ist alles andere als flächendeckend aufgebaut. Ganz anders sieht es da mittlerweile mit Typ 2 aus. Wer also sich zu helfen weiß, der setzt optional auf einen mobilen Schnelllader, der aber nicht gerade ganz günstig ist.

Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem MDC von Designwerk und konnten unsere Route wesentlich flexibler gestalten. Viele werden sagen, warum sollte ich mich damit abfinden und solch einen Klotz mit mir tragen zu einem solchen Preis. Wir dürfen bei dem ganzen Thema aber nicht vergessen, dass es Zwischenlösungen sind, die uns viel mehr Optionen ermöglichen und nur der Anfang sind. In der technologischen Entwicklung wird in den kommenden Jahren viel passieren, bis aber wirklich bei einigen Entwicklungen von einer Marktreife gesprochen werden kann, sind solche Zwischenlösungen an sich gar nicht so verkehrt.

Preis vom mobilen Schnelllader MDC 22 von Designwerk

Ganz günstig ist das Gerät natürlich nicht und dies ist generell mit all dieser Technik so. Für meine Begriffe sind viele Lösungen allerdings nur eine Zwischenlösung und sollten auch so verstanden werden. Nirgendwo erlebe ich einen größeren Kampf um „Kleinigkeiten“ als unter Elektrofahrzeugen. Das fängt schon bei Diskussionen über Anschlussarten und Batteriegrößen an. Auch hier gilt wie überall: Es kommt ganz auf die jeweilige Person, Unternehmen bzw. Fuhrparks und deren Anforderungen an.

Kommen wir aber zurück zu den Preisen, die obige Anmerkung sollte sich nur jeder vielleicht einmal mit ins Gedächtnis einprägen. Der Lader an sich kostet rund 17.850 Euro und hinzu kommen die DC-Kabel für den Ausgang mit 1.750 Euro. Wer hier bereits passende besitzt oder „eigene Lösungen“ bzw. „günstigere Lösungen“ hat, benötigt diese in dem Fall nicht. Insbesondere gilt dies für die AC-Kabel (CEE16, CEE32 und Typ 2), die noch einmal 390 Euro kosten. Ihr wollt einen Rollwagen mit Kabelhalter zulegen? Dann macht dies 780 Euro. Für eine Wandhalterung noch einmal 150 Euro und der Versand nach Europa liegt bei 400 Euro. Alle Preise verstehen sich netto und hinzu kommt die gesetzliche Mehrwertsteuer.

Einsatzzwecke des mobilen Schnellladers

Natürlich stellt sich die Frage wieso man einen Schnelllader in seinem Fahrzeug immer haben sollte und es doch andere Lösungen wie die von KREISEL Electric mit der 22 kW-Option für rund 7.000 Euro für den Nissan LEAF gibt. Es kommt erneut auf den Einsatzzweck an und der ist schnell erklärt. Abschleppdienste, falls man ein Elektroauto abschleppen muss aber nur bis zur nächsten Ladesäule, können so optional schnell die Mobilität des Fahrzeugs wieder herstellen und dies extrem zügig an 11 kW- bzw. 22 kW-Ladesäulen.

Wie sieht es denn hier mit Werkstätten aus? Habt ihr euch mal die Preise von CHAdeMO-Ladesäulen angeschaut? Dagegen ist ein solcher mobiler Schnelllader wesentlich günstiger bzw. kann es sein, wenn man nicht gerade wieder auf Marke Eigenbau setzen will. Dieses Spiel an Beispielen kann man nun ewig so weiterführen. In unserem Beispiel haben wir diesen kurzfristig für einen Roadtrip genutzt, wie wäre es also solche mobilen Schnelllader zu vermieten? Wäre sicher auch eine Option, ohne gleich eine kostspielige Investition für das eigene Elektroauto zu tätigen, wenn nur ein kurzfristiger Einsatz notwendig ist.

Alle Details vom Roadtrip #leaf4wave zum WAVE-Weltrekordversuch

Über DanielB 1352 Artikel
Fasziniert von der Elektromobilität und alternativen Antriebstechnologien, gelernter Elektroniker, Journalist und Blogger, liebt die Technologie im Fahrzeug (Vernetzung, Infotainment). Mehr über mich danielboe.de

10 Kommentare

  1. Dass ihr „schneller“ als ein Zoe laden konntet, liegt vielleicht daran, dass die Zoe-Batterie 2-3kWh größer ist? In der gleichen Zeit werden also mehr Prozente nachgeladen, aber nur genauso viel oder sogar weniger kWh. Denn der Zoe lädt in die Batterie auch nicht weniger als die knapp 20kW, die der Designwerk-Lader bringt. Die 20kW lädt er aber auch noch fast bis zum Ende, während das der Leaf meines Wissens nach nicht tut.

  2. Danke für deine Anmerkung, dennoch muss ich dir da leider widersprechen. Die Batterie im ZOE besitzt eine Kapazität von 22 kWh und die im LEAF eine Kapazität von 24 kWh. Damit ist diese größer und nicht kleiner, wie angemerkt wurde. Ich kann im MDC von Designwerk außerdem die zu ladende Energiemenge in Prozent angeben. Eine Ladung auf 100 Prozent mit dem MDC ist durchaus möglich.

  3. Ihre Informationen sind nicht richtig. Der Zoe hat 26kWh brutto und 22kWh netto, der Leaf 24kWh brutto und 21,3kWh netto.

    Der Zoe lädt noch bis 83% SOC mit einer Ladeleistung, die dem Ladeleistungspeak des Designwerk-Laders entspricht (http://www.goingelectric.de/forum/resources/image/10517). Der Leaf lädt ab 80% SOC aber nur noch mit 5kW – siehe Ladung an e8energy-Chademos, die die aktuelle Ladeleistung anzeigen.

    Wenn der Zoe länger mit der Maximalleistung des Designwerk-Laders lädt als der Leaf, kann der Leaf nicht schneller geladen werden als der Zoe. Gern organisiere ich eine zeitgleiche Vergleichsladung zwischen einem leeren Zoe und Ihrem leeren Leaf mit Designwerk-Lader in einer größeren Stadt, um das noch einmal zu verifizieren.

    Dass der Leaf langsamer lädt, liegt nicht am Designwerk-Lader, sondern am Leaf.

  4. Interessanter Ansatz, aber :

    Es gibt den ersten Anbieter, der den Leaf auf 22 kW AC umrüsten kann. Preislich liegt er zumindest bisher unter den postulierten Kosten des mobilen CHAdeMO Laders.

    Ich spare sowohl Gewicht als auch Bauraum.

    Meinung ?

    • Richtig, es gibt so etwas von Kreisel. Allerdings ist hier die Garantiefrage im Bezug auf Fahrzeug und Batterie nicht vollständig geklärt bzw. könnte es laut Hersteller hier durchaus zu Problemen kommen. Da bin ich im Detail aber momentan noch dran. Wenn dies nämlich so ist, dann stellt sich eigentlich nur die Frage, ob man bereit ist dieses Risiko einzugehen.

  5. Ist sicherlich seitens des Herstellers zu erwarten gewesen. Wer lässt schon gerne 3. an sein System.

    Zum Thema Werkstätten :
    Da brauche ich keinen Typ 2 Eingang. Es gibt inzwischen Combi Boxen (CCS + Chademo ) mit 20 kW fuer kleiner 10t € fuer die Wand.

    Bleiben die Service Fahrzeuge im mobilen Einsatz.

    • Das mag durchaus sein, aber was wenn ich beide Lösungen verbinden will? Combi Box ist günstiger und hängt an der Wand. Mobiler Einsatz damit möglich? Falls nicht, kann ich mit einem mobilen Schnelllader beide Dinge verbinden. Habe ich dies nicht nötig, nehme ich die Combi Box. Es ist eben wie mit Smartphones und Tablets, hier werden einfach immer wieder Äpfel mit Birnen verglichen.

    • Im Grunde sollte ein Kauf möglich sein, daher auch meine ergänzten Preise im Beitrag. Hierzu einfach eine Anfrage an Designwerk stellen. Die Lieferzeit wird auf 6 bis 8 Wochen aktuell festgelegt.

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