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VW e-Golf (2017) – Ausfahrt mit dem Facelift

VW e-Golf (2017) – Ausfahrt mit dem Facelift

16. April 2017

Volkswagen spendierte auch seinem rein Batterie-betriebenen Golf ein Facelift und damit verbunden etwas mehr Reichweite. Für electrive.net konnte ich den überarbeiteten e-Golf bei der Fahrpräsentation auf Mallorca testen. 

Sonne pur und Temperaturen von um die 20 Grad boten uns natürlich gute Voraussetzungen für eine erste Ausfahrt des Stromers. Kenner wissen: Bei diesem Klima ist aus einer Batterie am meisten Reichweite herauszuholen. Und nicht zuletzt sind es auch die Tempo-Begrenzungen auf der Insel, die sich positiv auswirken.

Den vollständigen Testbericht auf electrive.net lesen

Die Batterie im neuen e-Golf verfügt jetzt über 35,8 kWh statt wie bisher nur über 24,2 kWh. Nach dem NEFZ macht dies nicht mehr nur 190, sondern nun 300 Kilometer. Den Normverbrauch gibt VW mit 12,7 kWh an. Übrigens hat sich die Baugröße nicht verändert, sondern die bisherigen Panasonic-Zellen (25 Ah) wurden durch Zellen von Samsung SDI (37 Ah) ausgetauscht. Dadurch nahm das Gewicht der Batterie um 25 kg auf jetzt 345 kg zu. Über eine Kühlung verfügt auch diese Batterie nicht und wer hofft sie in die erste Generation adaptieren zu können, den muss man enttäuschen. Am Ende ist immer die Frage, was dieses für die wenigen Kunden die das wünschen kostet und in welchem Verhältnis es steht.

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Aufgrund dessen gab es bei der Ladeleistung keine Änderung und nutzt weiterhin lediglich bis zu 40 kW über CCS. Von 0 auf 80 Prozent sind daher nun rund 45 Minuten nötig. Bei der AC-Ladeleistung gab es eine leichte Verbesserung und sind jetzt immerhin 7,2 kW zweiphasig statt wie bisher nur 3,7 kW einphasig möglich. Gegenüber manchem Mitbewerber gibt es daher Vorteile, die da u.a. mit 6,6 kW einphasig laden. Stichwort: 11-kW-Ladesäule und Schieflastverordnung.

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Gewünscht hätte ich mir aber einen optionalen 11-kW-Lader wie es BMW ermöglicht. In gut 5,5 Stunden ist der Akku so wieder geladen und an einer Haushaltssteckdose werden rund 17 Stunden benötigt. Aber ob der Akku wirklich immer komplett „leer“ gefahren ist?

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Der VW e-Golf (2017) verfügt jetzt über eine 100 kW starke E-Maschine statt wie bisher 85 kW und somit ein Drehmoment von 290 Nm statt 270 Nm. Womit sich am Ende auch die maximale Geschwindigkeit auf 150 km/h ändert (plus 10 km/h). Und zur Vollständigkeit: Er ist in 1,2 Sekunden schneller, sprich 9,6 Sekunden, von 0 auf 100 km/h.

Ausfahrt im neuen e-Golf – ein kurzer Verbrauchscheck

Auf einer Strecke von rund 91 Kilometer hieß es sich fast lautlos durch die Straßen von Mallorca zu bewegen. Ein Golf ist eben ein Golf, weshalb ich nicht lange benötigte alles einzustellen. Mein Ziel führte mich durch einige 90er-Zonen, ein Stück auf der Autobahn mit max. 120 km/h und etlichen Ortsteilen. Kleine Steigungen und Gefälle gehörten ebenso dazu.

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Der Akku zeigte die 100 Prozent an und während der Fahrt merkte ich, der neue e-Golf wirkt spritziger. 15 kW klingen nicht viel, aber ein geübter Fahrer entwickelt ein Gefühl dafür. Nach 85 Kilometer galt mein Blick dem Bordcomputer, der mir einen Durchschnittsverbrauch von 14,6 kWh signalisierte. Gut, für mehr als gute Bedingungen ein sehr guter Wert.

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VW e-Golf (2017) – Bild aus dem Active Info Display während der Ausfahrt.

Die Restreichweite zeigte mit der aktuellen Fahrweise 129 Kilometer noch an und der Akku etwas über halb voll. Nein, geschlichen bin ich nicht, schließlich wollte ich keine Eco-Challenge gewinnen. Im Schnitt fuhr ich 62 km/h und die 230 Kilometer in der Praxis sollten unter diesen Umständen durchaus machbar sein. Klar, im Winter natürlich entsprechend weniger und die optionale Wärmepumpe sollte den Weg in den Warenkorb gefunden haben.

9,2-Zoll-Touchscreen „Discover Pro“ serienmäßig

Eco-Fahrhinweise unterstützen den Fahrer jetzt übrigens noch sparsamer unterwegs sein zu können. Dabei werden ihm entsprechende Informationen mitgeteilt, wie u.a. Fuß vom Strompedal nehmen und ob beispielsweise eine Kurve oder ein Kreisverkehr vor einem liegen.

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Deshalb gibt es übrigens das 9,2-Zoll-Touchscreen „Discover Pro“ serienmäßig, was bei allen anderen Golf-Modellen 2.385 Euro extra kostet bzw. beim GTE knapp 2.000 Euro. Am Rande sei erwähnt, dass der e-Golf über serienmäßig 4-Türen verfügt, kostet bei den anderen Golf-Modellen noch einmal 900 Euro extra. Hier könnte man von einem Kompromiss der positiven Art sprechen. In der Basisversion startet der VW e-Golf bei 36.525 Euro (inkl. optionaler CCS-Lademöglichkeit), wobei von diesem 4.000 Euro Umweltbonus abgezogen werden können. Damit liegt er preislich in der Basisausstattung deutlich unter dem VW Golf GTE. Und wer einen vergleichsweise guten konventionellen Golf ausstattet, kommt in ähnliche Sphären.

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Am Ende lässt sich feststellen, dass der neue e-Golf das Ergebnis intensiven VW-Engineerings ist. Ein rollender Stromer-Kompromiss, der das aktuelle Reichweiten-Plus der Branche mitgeht, ohne zu viele Kosten zu verursachen. Auf der neuen MEB-Plattform, die konsequent für Elektroautos entwickelt wird und nicht wie der MQB zuvor für alle möglichen Antriebe, entstehen bei Volkswagen gerade die Stromer für das elektromobile Zeitalter. Aus dieser Perspektive macht die Kosten-Nutzen-Rechnung beim e-Golf-Update sogar Sinn.

Ich bin gespannt wie sich der Volkswagen e-Golf im ländlichen Raum bei uns fahren lässt und sich dann der Verbrauch ändert. Die Challenge: Ohne große Komforteinschnitte nicht mehr wie 16,5 kWh zu verbrauchen und die 200 Kilometer in der Praxis zu knacken.

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