Fabian von Autophorie über seine ersten Berührungen mit einem Elektroauto

Um eins vorweg zu nehmen, bis noch vor etwa drei Monaten war ich genauso skeptisch gegenüber alternativen Antrieben, wie es heute noch weitläufig die allgemeine Meinung ist: Gefährlich, langweilig, emotionslos, geräuschlos. Doch diese Haltung hat sich verflüchtigt, wie die eingesparten Abgase während meiner elektrischen Fahrerlebnisse.

Meine ersten Erfahrungen mit einem Elektroantrieb habe ich mit unserem ersten Testwagen gemacht, doch die maximal drei Kilometer in einem Hybrid-Fahrzeug kann man nicht wirklich als eine Elektrofahrt bezeichnen, aber ich war schon etwas angetan, von dem lautlosen Dahingleiten – auch Segeln genannt – oder der Möglichkeit unbemerkt um die Ecken zu schleichen. Doch im etwa selben Zeitraum durfte ich auch noch ein richtiges Elektroauto fahren, dass die drei Kilometer und die doch etwas müden Fahrleistungen einfach mal so in den Schatten stellten. 

Thomas Endriß, greenmotorsblog, hatte mich eingeladen ihn mit dem Hybriden zu besuchen, wohl auch wollte ich mir von einem etwas erfahrenen auf diesem Gebiet ein kleines Urteil erhaschen, doch an diesem Tag hatte Thomas noch eine Überraschung für mich: meine erste Elektrofahrt. Der Nissan Leaf war zu diesem Zeitpunkt schon einige Zeit in seinem Besitz, er hatte daher auch schon Bauchschmerzen, da der Tag der Rückgabe immer näher kam. Mir sollte erst nach einer Fahrt klar werden, warum, denn die 80 kW die das optisch nicht ganz ästhetische Auto leistet sind eine Wucht. Bei einer Testfahrt durch das überflutete Tübingen – sah fast nach Jahrhundertwasser aus – zeigte sich, wo die Stärken eines Elektroautos sind. Dauerhaft volle Power!

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Dass es trotz weniger Leistung noch eine ganze Ecke sportlicher geht, konnte ich einige Zeit später in Berlin erleben, als smart die dritte Generation des electric drive vorstellen sollte. 35 kW Leistung klingt nach wenig, bei einem Kickdown sind es dann 55 kW und das hört sich doch schon besser an oder? Dazu sei aber bedacht, dass der smart nicht annährend so viel auf die Waage bringt, wie etwa der Leaf, dazu ist die Batterie unterhalb der Fahrgastzelle verstaut, was den Schwerpunkt weiter senkt und aus dem Stadtflitzer einen Stadt-Rennwagen macht. Bei Grün durchstarten und nach 4,8 Sekunden steht die Nadel schon auf 60 km/h, was will man mehr von einem Stadtauto?

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Der einzige Kritikpunkt den ich am smart ed finden konnte war der merkwürdige Druckpunkt der Bremse, zwar wird beim Preis dem willigen Kunden ganz schön in die Tasche gefasst, doch die Investition macht sich bemerkbar. Bis zu 10 Jahre Steuerbefreit – um nur mal einen Punkt zu nennen. Für mich war spätestens ab dieser Fahrt klar, Elektroauto auch gerne für mich. Zwar sind die Preise für mich noch deutlich zu hoch, aber rein der Gedanke ist fix. Denn wenn wir uns einmal ganz genau überlegen und darüber nachdenken, brauchen wir überhaupt unseren dicken SUV, der gute 18 L/100km und mehr durch die Spritleitung zieht? Ich kann jetzt nur raten, aber wie viel Kilometer macht das Dickschiff am Tag, ich tippe einfach Mal und sage deutlich unter 100 Kilometer, was wiederum heißt, dass eine Elektroauto ohne Probleme ein Ersatz dafür ist, um etwa schnell in die Stadt zu kommen oder den täglichen Weg zur Arbeit zurück zulegen.

Gastbeitrag von Fabian M. von Autophorie
Fotos: Autophorie
Titelgrafik: Nissan 
3. September 2012  |  Gastautor

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