Erneuerbare Energien und das Web

Erneuerbare Energien sind in aller Munde und es ist einfacher denn je diese zu produzieren oder zu konsumieren. Aber schaut man sich einmal die Welt aus Sicht eines Webseite-Betreibers an merkt man relativ schnell, eine Webseite wirklich grün und mit erneuerbaren Energien zu betreiben ist gar nicht so einfach wie man denkt.

Zwar gibt es inzwischen doch einige Anbieter von „grünem“ Webhosting, Verzeichnisse wie z.B. ecologee.net und das Green Software Engineering-Projekt listen diese Anbieter auf.
Aber schaut man sich mal genau die Stromherkunft der Anbieter an, wird man sehen, dass es sich in vielen Fällen nur um undeklarierten Wasserkraftstrom handelt oder noch schlimmer nur ein Emissionsausgleich durch Zertifikatkauf erfolgt.

Leider ist es so, dass es in Deutschland derzeit nicht einmal eine handvoll wirklich grüne Rechenzentren gibt in denen sich Hostinganbieter einmieten können. Die meisten umweltfreundlichen Rechenzentren sind derzeit in der Hand einzelner Anbieter und auch deren Zahl ist gemessen am Gesamtmarkt, der je nach Definition von Rechenzentren von bis zu ca. 50.000 in Deutschland ausgeht, verschwindend gering. Zudem erfordert es mind. einen 6-stelligen Eurobetrag ein neues Rechenzentrum einzurichten, so dass wirklich grüne Hosting-Anbieter auch anders als man vielleicht glauben mag, nicht aus dem Boden spriessen.

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Wer also möchte, dass seine Webseite wirklich bei einem vertrauenswürdigen und grünen Provider mit echtem Ökostrom landet, sollte sich ausgehend von den Anbieterlisten von ecologee bzw. aus den Klasse-A-Providern von Green Software Engineering, ein paar Angebote rauspicken und sich dann für eines davon entscheiden. Neben dem echten Ökostrom und weiteren Nachhaltigkeitsmaßnahmen (z.B. stromsparende Server, Ökostrom auch für Büroräume, FSC-Papier), sollte für eine Entscheidung auch immer relevant sein ob die Firma schon länger am Markt ist und ob es Telefonsupport zum Ortstarif gibt.

Außerdem wichtig: selten ist bei Webhosting-Angeboten das Günstigste, das Beste! Gute IT-Dienstleistungen haben ihren Preis auch, wenn gerade im preislich brutal umkämpften Webhosting so mancher Anbieter anderes glauben lassen mag. Die Dumping-Anbieter lassen sie aber meist durch gehäufte Ausfälle, teurem bzw. schlechten bis gar keinem Support und fragwürdige Abrechnungs- und Kündigungspraktiken sowie mangelhaftem Datenschutz und Sicherheitsmaßnahmen, früher oder später spüren, wie billig sie sind.

Gastbeitrag von Sebastian Stoll

 

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