2013 wird ein gutes Photovoltaik-Jahr

Nichts ist in letzter Zeit so präsent in den Medien wie die Debatte um steigende Stromkosten. Als Ursache wird die EEG-Umlage gesehen. Dies ist nur teilweise richtig. Richtig ist jedoch, dass die Strompreise steigen werden. Zu rund 60% jedoch durch gestiegene Erzeugungs- und Vertriebskosten. Für die Photovoltaik selbst bedeutet die anhaltende Diskussion möglicherweise die Aufhebung der EEG-Förderung. Steigende Strompreise als auch ein mittelfristiges Auslaufen des EEG können dem weiteren Photovoltaik-Ausbau jedoch nicht schaden, wenn man sich auf den eigentlichen Nutzen einer Photovoltaik-Anlage zurückbesinnt.

Politischer Einfluss lässt PV-Markt einbrechen

Dass der gesetzgeberische Einfluss den PV-Markt immer noch massiv beeinflusst, konnte man dieses Jahr wieder unmittelbar beobachten. Während im Januar noch 516 MW zugebaut wurden, waren es im Februar mit einer bereits absehbar folgenden EEG-Änderung nur noch 229 MW. Als feststand, welche Änderungen kommen werden, folgte der Rekord-Monat März, in dem Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1222 MW installiert wurden. Das gleiche Spiel wiederholte sich dann in der zweiten Jahreshälfte: Als sich die genauen, nachträglichen Änderungen der EEG-Regelung vom 1. April abzeichneten, wurde nach wiederum zwei schlechten Monaten mit 1790 MW im Juni ein neuer Zubau-Rekord aufgestellt. Dass im August mit 329 MW wieder ein Tiefpunkt erreicht wurde, zeigt überdeutlich, dass die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen noch immer zu stark von den politischen Entscheidungen abhängt. Und das zu Unrecht, denn die Einspeisevergütung als auch die Photovoltaik-Kosten sind in einem ähnlich moderaten Verhältnis gesunken.

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Photovoltaik-Rendite weiterhin interessant

Und diese Entwicklung bildet sich auch in der Photovoltaik-Rendite ab. Nach Berechnungen der DAA GmbH, die einen für Endkunden als auch andere Unternehmen kostenlosen Photovoltaik-Rechner betreibt, bleibt auch die auf den aktuellen EEG-Fördersätzen basierende PV-Rendite interessant. Insbesondere könnten Photovoltaik-Anlage von über 150 Quadratmetern eine um 1,3% verbesserte Rendite erzielen als noch zu Beginn des Jahres. Und auch die weitere Entwicklung des PV-Markts sieht aus der Renditeperspektive positiv aus. Legt man weiter sinkende Preise für Solarzellen von 7% jährlich und die jetzt geltende monatliche Absenkung der Einspeisevergütung zugrunde, so bewegt sich die Rendite für mittelgroße Photovoltaik-Anlagen in den kommenden zwei Jahre zwischen 4,3 und 4,9%. In diese Berechnungen ist jedoch noch nicht ein möglicher Eigenverbrauch von 10% eingerechnet. Wird dieser mit berücksichtigt, so sind wiederum Renditen von über 5% sehr gut möglich.

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Eigenverbauch lohnt sich

Doch auch abseits von Renditeaussichten lohnt sich die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage gerade zu Zwecken des Eigenverbrauchs. Dieser lässt sich z. B. durch eine Wärmepumpe und eine intelligente Haustechnik deutlich erhöhen. Betrachtet man heute am Markt verfügbare Ökostrom-Tarife, so liegen diese meistens deutlich über 20 Cents pro Kilowattstunde. Selbst der spezielle Naturstrom-Tarif von Vattenfall, der speziell Großverbraucher wie Wärmepumpen mit Ökostrom versorgt, liegt aktuell bei 18,9 Cents. Da die Einspeisevergütung im Oktober für Anlagen mit weniger als 10 kW bei 18,36 Cents pro kWh liegt, ist es attraktiv, den Strombezug durch die Eigenbedarfsdeckung zu reduzieren. Natürlich müssen auch die Investitionskosten der Photovoltaik-Anlage miteinbezogen werden. Da sich diese als auch die Einspeisevergütung jedoch weiter reduzieren werden und sich natürlich auch die Strompreise des Stromversorgers weiter erhöhen, ist bereits im kommenden Jahr mit einer „Grid Parity“ zu rechnen. Dann ist alles in allem gerechnet der eigene PV-Strom günstiger als der Bezug vom Stromanbieter.

Autor: Robert Doelling

12. Oktober 2012  |  Gastautor

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