Batterien, Ladestationen und Ladezeiten beim Nissan LEAF

Ich wohne nun einmal in einem ländlichen Gebiet und unsere Einwohnerzahl beläuft sich mit den umliegenden Dörfern der Gemeinde auf gerade einmal 20.000 Einwohner. Viel anders sieht es bei den Städten im Umkreis von 25 km auch nicht aus. 

Hier soll Elektromobilität endlich auch Fuß fassen können? Tja, dazu gehört noch viel Arbeit und ich schreibe auch gerne warum. Der Ansatz an sich ist gar nicht so falsch.

Wie kann der Nissan LEAF geladen werden?

Im ersten kleinen Fazit habe ich schon einmal kurz das Ladesäulenproblem aufgegriffen. Der LEAF ist mit einem fünfpoligen Anschluss für 230 V / AC ausgestattet. Dieser ist für die SCHUKO-Steckdose gedacht und mit 10 A / 2,3 kW abgesichert. Passend ist auch der Mennekes Typ 2 Stecker. Weiterhin gibt es noch eine zweite Buchse mit der CHAdeMO-Gleichstrom-Schnellladung. Am LEAf befinden sich die Anschlüsse vor der Motorhaube.

Mit einem Schalter aus dem Innenraum (links unterhalb des Lenkrads) kann die Klappe geöffnet werden. Die Gelenke betrachte ich allerdings als etwas anfällig auf die Dauer. Ansonsten sind sie leicht erreichbar und auch die Stecker selbst lassen sich leicht einführen.

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Bei meinem Test hatte ich leider nur den Typ 2 zur Verfügung (rechts) für die Ladung von bis 10-12 Stunden (voll). Da sich aber in unserer Nähe (Umkreis von 40 km) keine Schnellladestation befindet, war das kein größeres Problem.

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Mit dabei hatte ich nun das Ladekabel für die SCHUKO-Steckdose mit Kontrollbox (rechts) und das Ladekabel Typ 2 (allerdings nicht von Mennekes links).  Von der Länge her bei mir ausreichend, da die SCHUKO-Steckdose am Haus nur 2 m vom Anschluss am Fahrzeug entfernt lag. Wer jedoch mal eben eine Strecke von 5 m überwinden muss, der wird schon an Grenzen stoßen. Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosenleisten sind untersagt. Hier kann es zu einer Überlast kommen und Brandgefahr entstehen. Nur mal als kleiner Tipp.

Wie sieht es mit den Batterien aus und wie lange benötigt eine Ladung?

In diesem Auto steckt Power, so viel kann ich euch sagen. Genauer gesagt ist es eine laminierte Lithium-Ionen-Batterie die aus mehreren einzelnen Zellen besteht und eine stolze Kapazität von 24 kWh besitzt. Die Ladezeit beträgt stolze 10-12 Stunden bei einer leeren Batterie. Zumindest wenn mit Ladeanschluss Typ 2 geladen wird an der normalen SCHUKO-Steckdose. Dort wird lediglich eine Leistung von 2,3 kW abgegriffen.

Wer schneller laden will sollte den CHAdeMO-Gleichstrom-Anschluss nutzen. Dieser bringt ganze 50 kW Leistung und erreicht eine Ladung von 80% in nur 30 Minuten. Es sind aber eben nur 80%, da so die Batterien geschont werden und eine längere Lebensdauer besitzen. Für den Starkstromanschluss (CHAdeMO) gibt es spezielle Ladestationen auch für das eigene Heim.

Im Bild sieht man die Anzeige in der Armatur. Rechts ist der aktuelle Ladestand und die Reichweite bei der momentanen Fahrweise. Links der Balken zeigt die Temperatur der Batterie an. Im Sommer dürfte diese höher liegen und nutze ich eine Schnellladung, wird sich auch dies zunächst auf die Temperatur der Batterie auswirken.

In der Mitte sehe ich wie lange eine Vollladung aktuell dauern würde. Darüber befinden sich in Kügelchen der Verbrauch. Je weiter rechts von der Kerbe, desto höher der Verbrauch. Je weiter links von der Kerbe, desto mehr wird an Energie die Rekuperation zurückgewonnen.

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Natürlich haben mich auch die Kosten der Batterie interessiert. Hierfür wird nur eine Garantiezeit von 5 Jahren gegeben. Für meine Begriffe einfach zu wenig. Nach 5 Jahren und regelmäßiger Nutzung der Lithium-Ionen-Batterie, muss ich davon ausgehen das nach und nach einzelne Zellen ausfallen werden. Einfach weil der Lebenszyklus beendet ist. Ich vergleiche es gerne mit einem Akku in einem Handy nur wesentlich größer.

Auch hier ist eben nach und nach eine Schwäche im Akku bemerkbar. Auf Nachfrage bei Nissan wurde mir kein Preis für einen kompletten Satz Batterie genannt, man würde aber lediglich nur die defekten Zellen austauschen. Bedeutet für mich jedoch, dass ich immer wieder in die Werkstatt fahren müsste. Hier hat es meiner Ansicht nach Renault mit dem Leasing besser gelöst, auch wenn es vorerst zu einer monatlich höheren Belastung der Kosten führt.

Ladestationen in der Nähe finden

RWE besitzt mit Nissan und Renault eine Kooperation und eben ein eigenes Ladenetzsystem. Dieses ist im Fahrzeug integriert und kann jederzeit abgerufen werden. Ich habe also jederzeit die nächste Ladestation im Blick. Interessant allerdings, dass die nächste Ladestation stolze 75 km von mir entfernt sein soll. Glücklicherweise gibt es aber Seiten wie lemnet.org oder ladenetz.de, wo ich eine noch größere Auswahl bekomme. Wie man Ladestationen in Hessen findet habe ich auch an dieser Stelle beschrieben. Es ist natürlich klar, dass die drei Firmen kein Interesse daran haben die Konkurrenzstationen mit aufzuführen.

So muss man sich selber informieren. Bei uns sind in der näheren Umgebung 18 weitere Rotkäppchen-Ladestationen geplant und ich bin überwältigt von der Idee. Immerhin soll die Elektromobilität so angekurbelt werden. Klar musste ich dann auch die erste der insgesamt 19 Ladestationen in Willingshausen besuchen.

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Hier finden sich zwei SCHUKO-Steckdosen mit der Elektroautos geladen werden konnte. Stolze 8 Stunden hätte ich dort verbringen müssen, solange wollte ich mich dort aber nicht aufhalten. Also fuhr ich nach kurzer Zeit wieder und blieb nur um entsprechende Bilder zu machen. Zunächst war ich etwas genervt, da ich eine Schnellladestation wünschenswert gefunden hätte.

Ich erfuhr jedoch bei der E.ON Mitte in Borken, dass diese Ladesäulen aktuell 800 Euro das Stück kosten (im Prinzip nichts weiter als zwei separate Stromkreise die nach außen an ein Edestahlkistchen gezogen werden und an zwei Steckdosen angeschlossen werden) würde. Im Vergleich dazu liegt eine spezielle Schnellladestation bei rund 15.000 Euro. Damit war klar, aktuell macht es keinen Sinn und zudem müssen diese Stationen für die Kommunen bezahlbar bleiben. Da die Elektromobilität erst noch in den Startlöchern steht, dürfte sich erst in ferner Zukunft daran etwas ändern.

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Als nächste Ladestation fuhr ich Homberg / Efze an. Hier ist eine direkt auf dem Parkplatz der KBG anzufinden. Ich fuhr auf den Hof und nahm das Ladekabel Typ 2 in die Hand. Zusätzlich musste ich die spezielle RFID-Karte vor die Ladeöffnung halten. Anschließend wurde es freigegeben. Übrigens kostet die Ladekarte aktuell nur 30 Euro einmalig und auch 2013 kann damit noch kostenlos an allen Ladestationen des Ladenetz Verbunds geladen werden.

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Kommen wir aber nun zum eigentlichen Problem. Die Passform des Steckers hatte die gleichen Abmessungen und Pinnbelegungen. Der bei Nissan aber beilag war nicht von Mennekes. Das Gehäuse des Steckers war zu groß und somit konnte ich das Fahrzeug nicht laden. Das Kunststoffgehäuse passte einfach nicht vorbei an der Öffnung, auch wenn der Rest des Steckers genau gepasst hätte. Da kam Freude auf kann ich euch sagen.

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Also fuhr ich weiter zur E.ON Mitte nach Borken und nahm dort die Ladesäule in Beschlag. Meine RFID-Karte ging dort allerdings nicht. Darauf wird man jedoch auf den Plattformen für Ladestationen hingewiesen und man solle sich bei der Pforte melden. Dies tat ich und wurde zugleich nett begrüßt und auch hier wäre ich die erste Person die dort laden wolle. Man kam ins Gespräch während der Nissan LEAF mit dem Typ 2 Ladekabel laden durfte. Hier passte übrigens der Stecker ohne weitere Probleme. Zudem gab es darunter noch eine SCHUKO-Steckdose.

Bei der E.ON Mitte gibt es wiederum eine eigene Ladekarte, die man aber kostenlos erhalten kann, wenn man häufiger an deren Ladestationen laden möchte. Auch in der Innenstadt gibt es eine bei der VR Bank. Hier kann in der Bank nachgefragt werden und auch dort wird die Karte für einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt.

Fazit:

Es gilt noch viel Nachholbedarf was die Ladesysteme anbelangt. Hier sollte zwar jeder Hersteller sein Süppchen kochen dürfen, aber generell sollte eine Norm geschaffen werden. Nur so kann ein Besitzer von Elektrofahrzeugen vor bösen Überraschungen geschützt werden. Ladekabel passt nicht, keine Karte vorhanden oder gar eine zulange Ladezeit. Diese Punkte müssen in der Zukunft noch feiner bearbeitet werden. Viele Hersteller und eine Norm, so sollte es sein.

Alle Beiträge zu unserem Test des Nissan LEAF 2012:

Setzt auf Effizienz und alternative Antriebsmethoden, liebt die Elektromobilität und mag die moderne Konnektivität zwischen Smartphones, Internetdiensten und Fahrzeugen. Gründungsmitglied der Energieblogger und ist als Blogger bei Autophorie tätig.
1 Comment
  1. […] ursprünglichen Leistung. Sie gleich mit zu entsorgen, wäre eine unglaubliche Verschwendung! Beim Nissan Leaf beispielsweise sitzt man ja auf einem ganzen Berg von […]

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