Strompreise werden zum Problem für Leistungsbezieher
Die Energiewende ist beschlossen und die Industrie sieht den Wirtschaftsstandort Deutschland in seiner Existenz bedroht. Auch die Privathaushalte fürchten, dass die Strompreise in naher Zukunft nicht bezahlbar bleiben. Besonders betroffen sind diejenigen, die ohne staatliche Unterstützung nicht leben können.
Die Debatte ist gerade aktuell, weil ab dem Herbst definitiv ein Preisschub ansteht. Die sogenannte EEG-Umlage (Link enthält ein Kurzvideo) wird dann fällig. Betreibern von Wind-, Solar- und Biogasanlagen wird darin ein fixer Strompreis für die Einspeisung garantiert. Die Kosten werden von den Energiekonzernen freilich auf Verbraucher umgelegt. Ursprünglich sollte maximal eine Steigerung von 3,5 Cent pro Kilowattstunde durch die Umlage erfolgen, nun könnten es 5,3 Cent werden. Mit Mehrwertsteuer fast hundert Euro mehr im Jahr für eine Vier-Mann-Haushalt.
Schon jetzt ist die Stromrechnung für viele nicht mehr bezahlbar. Die Zahlen sprechen für sich. Laut dem Deutschem Mieterbund kam es 2011 zu rund 500.000 Stromabschaltungen, weil die Rechnungen nicht beglichen wurden. Laut Statistischem Bundesamt zahlen Haushalte im Vergleich zu 2005 heute 40 Prozent mehr für Strom.
Lösungsansätze
Harz VI-Sätze oder Renten werden wegen steigender Energiekosten nicht erhöht, während die Strompreise für die Industrie über großzügige Ausgleichsregelungen subventioniert werden. Diese Ausfälle bei den Einnahmen zahlt wiederum der Verbraucher.
Eine Möglichkeit diejenigen zu entlasten, die ohnehin an der untersten Einkommensgrenze leben, könnte darin bestehen, ihre Stromrechnung ebenfalls zu subventionieren. Hierfür könnten die zusätzlichen Einnahmen bei der Mehrwertsteuer auf die Strompreise verwendet werden.
Von der Politik wird derzeit eine andere Alternative favorisiert: Strom sparen soll gefördert werden. Wer sich keine teuren, neuen, energieeffizienten Geräte leisten kann, soll Hilfe erhalten. Ein Stromsparcheck wird durchgeführt.
Hartz IV Empfänger und andere Leistungsbezieher, die Sozialhilfe oder Wohngeld erhalten, können sich kostenlos beraten lassen. Der Check kann auch vor Ort in der eigenen Wohnung von einem Stromspar-Helfer durchgeführt werden, der die Energiebilanz optimieren soll.
Der effektivste Weg die Stromrechnung spürbar zu senken ist derzeit der Wechsel zu einem günstigen Anbieter oder einen billigeren Tarif. Mehr als 50% verharren unnötig bei ihren Grundversorgungsverträgen, ohne zu wissen, dass diese in der Regel die teuersten Varianten sind. Sofern man nicht ein Profi auf diesem Gebiet ist, sollte man sich eventuell ab und an mal Ratschläge vom Elektro-Fachmann.org einholen.




Kommentieren